Leserbrief: „Es ist geschmacklos“

„Die Aktion ist schamlos und verletzt mein religiöses Gefühl“, schreibt AZ-Leser Dr. Burkhard Mecking aus Uelzen zu den 91 neuen Kreuzen nahe Eimke. ArchivFoto: Schossadowski
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„Die Aktion ist schamlos und verletzt mein religiöses Gefühl“, schreibt AZ-Leser Dr. Burkhard Mecking aus Uelzen zu den 91 neuen Kreuzen nahe Eimke. ArchivFoto: Schossadowski

Zum AZ-Artikel „Wir werden unsere Pläne schmieden“, erschienen am 27. Oktober, schreiben diese Leser:.

Am Ortseingang von Eimke sind zur Mahnung und zur Erinnerung an 91 Schafe, die von Wölfen gerissen wurden, eine Reihe von Kreuzen und ein großes Kreuz aus Birkenholz errichtet worden. Sofort sind die Bilder von Soldatenfriedhöfen vor Augen, die in ihren fast endlosen Reihen von Kreuzen allerdings an einzelne Menschen erinnern. Jedes Kreuz steht für eine einmalige Person.

Das Kreuz ist im Christentum ein heiliges Zeichen. Es erinnert an das Sterben von Jesus von Nazareth, dessen Tod und Auferstehung für den christlichen Glauben die Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus eröffnet. Ein Kreuz, das am Grab eines Gestorbenen aufgestellt wird, soll solche Hoffnung anzeigen.

Die Aktion der Bürgerinitiative für wolfsfreie Dörfer zeugt von einer beispiellosen Geschmacklosigkeit. Sie ist schamlos und verletzt mein religiöses Gefühl und die Gefühle von denen, die auf Friedhöfen ein Kreuz zur Erinnerung an einen gestorbenen Angehörigen aufgestellt haben. Dr. Burkhard Mecking, Uelzen

91 tote Schafe, weil ihr Schäfer seine Schutzpflicht vernachlässigt hat. Dieser Friedhof ist eine Schande für den Schäfer, nicht für den Wolf, und an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. Die stets wiederholte heuchlerische Inszenierung Jahnkes als Opfer der „Wolfsbestien“ ist in Anbetracht der vielen guten Schäfer, die keine Probleme haben, völlig unglaubwürdig. Insbesondere, da der Vorwurf des Nachhelfens bei einigen seiner Wolfsrisse nie ausgeräumt wurde.

Dennoch hat Herr Jahnke es geschafft, eine Fangemeinde hinter sich zu versammeln, die demnächst mit Gewehren unkontrolliert durch unsere Wälder streift, um den verhassten Raubtieren den Garaus zu machen. Oder wie ist diese Androhung und Anmaßung von Selbstjustiz zu verstehen? Der Wald ist kein gesetzloser Raum, und Geschosse, Fallen oder ausgelegtes Gift könnten auch andere Waldbewohner oder beim Spaziergang unsere Haushunde treffen. Hoffentlich wird da jetzt zügig eingeschritten, bevor es soweit kommt.

Wenn die Ausbreitung des Wolfes Überhand genommen hat, muss dies kontrolliert und in den Rahmen des biologischen Gleichgewichts zurückgeführt werden. Dies ist aber eine Sache, die präzise in größerem Zusammenhang geplant und ausgebildeten Jägern in Auftrag gegeben werden muss. Julia Glanz, Himbergen

Warum stehen nahe Eimke nur 91 weiße Kreuze für die von Wölfen gerissenen Schafe? Wo stehen die Kreuze für Hunderte und Tausende für die Osterlämmer, die Jahr für Jahr auf dem Mittagstisch landen? Auch alte Schafe werden geschlachtet. Es ist geschmacklos, auf diese Art auf die Probleme der Schäfer hinzuweisen. Wir brauchen die Schäfer für den Erhalt unserer Heide. Aber Wolfshasser, die weitere Maßnahmen androhen und auch vor illegalen Taten nicht zurückschrecken, brauchen wir nicht. Karl-Heinz Köhler, Uelzen

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