Versäumnisse bei der Bestellung der Impfdosen

Leserbrief: „Die Liste des Versagens“

Im Sommer hätte die Regierung mehr Geld für Impfstoffe in die Hand nehmen müssen, schreibt Norbert Blazytko. Dies wäre langfristig günstiger und hätte Leben gerettet. Foto: dpa
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Im Sommer hätte die Regierung mehr Geld für Impfstoffe in die Hand nehmen müssen, schreibt Norbert Blazytko. Dies wäre langfristig günstiger und hätte Leben gerettet.

Mit der Diskussion um Versäumnisse bei der Bestellung der Impfdosen gegen Corona beschäftigt sich dieser Leserbriefschreiber:

Das Nachkriegsdeutschland war einmal ein Musterland. Noch heute leben wir vielfach nur noch von diesem Ruf. Alles was an Projekten größer ist als ein Ameisenhaufen, bekommen wir nicht mehr geregelt. Den letzten wirklichen Schub nach vorne haben uns die drei SPD-Kanzler Brandt, Schmidt und Schröder gebracht. Die Kanzler danach haben alles nur noch „abgesessen“ und wurden für diese Minimalleistungen auch noch gelobt und immer wiedergewählt. Dabei gilt heute mehr als je zuvor: Stillstand ist Rückstand. Bankenrettung, Diätenerhöhungen und einiges andere wird ruckzuck zum Gesetz. Aber wirklich wichtige Dinge werden von unseren heutigen Politikern verschludert.

(...) Rund 100 Milliarden Euro hätte es gekostet, im letzten Sommer genügend Impfstoffe und FFP2-Masken zu ordern. Und keinen Cent zusätzlich hätte es gekostet, rechtzeitig die Impfpflicht und die Nutzung dieser FFP2-Masken gesetzlich per Verordnung verpflichtend zu machen, wenn die Covid19-Situation dies erfordert. Es soll keiner sagen: Das geht nicht: Die Pockenschutzimpfung ging doch auch. Das hätte hierzulande inzwischen mehr als 100 000 Einwohnern schwere Covid19-Krankheitsverläufe und einige Tausend Menschen vor dem Tode bewahren können. (...)

Die wirtschaftlichen und steuerlichen Verluste für dieses Versagen werden sich in den nächsten Jahrzehnten dafür auf über eine Billion Euro summieren. Dazu kommen noch die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und persönlichen Folgen für die Bürger. Von den Folgen der Schul- und Kindergartenschließung ganz zu schweigen…

Die Liste des Versagens unserer Politiker – hier denke ich unter anderen an die Digitalisierung – ließe sich fast unendlich fortsetzen. Und würde damit den Rahmen eines Leserbriefes sprengen.

(...) Wir müssen nun endlich aufwachen. Insbesondere in einem Wahljahr. So schmerzlich die persönlichen Folgen für mich als Rentner wären: Nur ein Friedrich Merz wäre imstande, der Politik wieder die notwendigen Impulse zu geben. Alle anderen Kandidaten stehen für ein „Weiter so!“ Die Situation in Deutschland und vielen Ländern Europas ähnelt immer mehr der Situation von 1932. Lasst nicht in wenigen Jahren 1933 wieder auferstehen. Wegen des Versagens unserer heutigen Politiker. Norbert Blazytko, Nateln Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich zudem Kürzungen vor.

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