Überheblich und arrogant

Zum Leserbrief „ProA39 = totes Pferd“:

Bürgerinitiativen als „totes Pferd“ nach dem Dakota-Zitat zu bezeichnen, zeigt eine gewisse Überheblichkeit und Arroganz; denn schließlich opfern die beteiligten Bürger – sei es nun die berechtigte Hohnsdorfer BI gegen die überdimensionierte und deplatzierte Rastanlage oder die Initiative „Gegen Stuttgart 21“ - Lebenszeit und müssen sich auch noch beschimpfen lassen, um friedlich – im übrigen ohne Schmierereien - für eine Überzeugung einzutreten.

Und unter echten Demokraten gehört es sich, die Meinung des anderen anzuhören, mit der eigenen Ansicht zu reflektieren und zu einer Entscheidung zu kommen – ggf. auch eine von der eigenen Meinung abweichende Mehrheitsentscheidungen zu respektieren. Zur geplanten Wiederbelebung der ProA39-Initiative ist interessant, wie beispielsweise außerhalb Uelzens in der Landeshauptstadt Hannover das Thema öffentlich gesehen wird: Beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer Hannover Anfang letzter Woche ging es bei der Rede von Ministerpräsident McAllister u.a. um die achtspurige bzw. sechsspurige Verbreiterung der A 2 bzw. A7 aufgrund der Verkehrsverdichtung im Großraum Hannover. Für mich überraschender Weise betonen an diesem Ort andere Redner auch die strategisch-verkehrspolitische Bedeutung des Baus der A39 bezüglich der Anbindung an die A 27 – Walsrode-Bremen -Cuxhaven – sowie die Querverbindung zur künftigen A 14 Magdeburg-Schwerin. Daher hat der Bau der A 39 auch für den ADAC höchste Priorität. Zudem wurde auch auf die Verbindung der großräumigen Wirtschaftsräume in Süd- und Osteuropa mit der Nordsee und Skandinavien hingewiesen. Die Erhöhung der Standortqualitäten in bisher benachteiligten Regionen – insbesondere Uelzen und Lüchow-Dannenberg - steht außer Frage. Möglicherweise wäre es sinnvoll, sachlich zu diskutieren - frei nach dem Spruch eines unbekannten Apachenkriegers: „Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.“

Joachim Delekat,

Uelzen

Anmerkung der Redaktion: Herr Delekat ist Mitglied im CDU-Kreisvorstand Uelzen

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