Überflüssig und schädlich

Zur Diskussion um die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken:

Für das Ziel einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien sind Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken und neue Kohlekraftwerke mit oder ohne CO2-Abscheidung nicht nur nicht vereinbar sondern überflüssig und sogar schädlich.

Der Großteil dieser Kraftwerke ist gegenwärtig in Händen der vier großen Energieversorger. Übersehen wird zudem oft, dass die zivile Nutzung der Atomenergie immer die militärische Option in sich birgt.

Ohne auf die zusätzlich Belastung der Länderfinanzen und deren Verfahren für eine sichere Zwischen- und/oder Endlagerung, deren Ergebnisse immer noch ausstehen, eingehen zu wollen, zeichnet sich hier ein Bild einer katastrophalen Monopol Hörigkeit ab.

Zum besseren Verständnis einer Atom-Laufzeitverlängerung. Bis heute ist nicht endgültig geklärt, ob die Zwischen- und/oder Endlager Gorleben, Asse, überhaupt tauglich sind für eine Zwischen- bzw. Dauerendlagerung.

Eine sicheres auslagern und/oder Bergung der bereits in diese Lager verbrachten und teilweise verschütteten maroden Behälter, deren Inhalte so vielfältig sind wie bunte Smarties, würde Millionen, wenn nicht Milliarden kosten.

Wobei ein wirklich sicheres Endlager immer noch auf der Wunschliste vieler Bürger und Politiker steht.

Als sicheres Zwischenlager schlage ich den Regierungsbunker in Marienthal-Ahrweiler vor, er ist atomar sicher, er wird nicht vollständig genutzt, aber teuer unterhalten.

Man möge mir hier meinen Zynismus nachsehen.

Kernbrennstoff und Abfall: Im Falle der Anreicherung zu zivilen Zwecken fallen etwa 5,5 Tonnen abgereichertes Uran 235 je Tonne Kernbrennstoff an. (5500 kg abgereichertes Uran für 1000 kg angereicherten bis hochangereicherten Uran)

Die Gesamtmenge hochangereicherten Uran weltweit belief sich 2009 auf ungefähr 1,58 Millionen Kilo. Laut Atomgesetz der Bundesrepublik Deutschland gilt abgereichertes Uran als Wertstoff.

Verwendung von abgereicherten Uran: Dies wird u.a. wegen seiner hohen Dichte als Ausgleichgewichten für Flugzeugtragflächen und Rennyachten, in Aluminium gehüllt, verbaut.

Militärisch wird dieser Sondermüll ebenfalls wegen seiner hohen Dichte als Panzer-brechende Munition verwendet. In Bomben und Raketen wird abgereichertes Uran, aber auch Plutonium als Bunkerknacker ebenso eingesetzt, wie als Geschosse von allen erdenklichen waffentechnischen Plattformen.

In den USA wie auch anderswo in dieser Welt, wird dieser anfallende Müll, kostenfrei den Rüstungsindustrien zugeführt, zur Herstellung dieser oben erwähnten Munition mit der Bezeichnung: DU (engl.: depleted uranium).

23 Armeen dieser Welt benutzen diese hochgiftigen und radioaktiven Geschosse im Einsatz. Sie wurden und werden eingesetzt in Afghanistan, Iran, Kuwait (Golfkriege), Bosnien (Balkankrieg), Grenzkriege und Konflikte zwischen Indien und Pakistan um nur einige zu nennen.

Einsatz und Wirkungsweise sind im Internet abrufbar, aber auch die schleichende giftige, Genen veränderten tödliche Gefahr die von dieser Art Munition ausgeht. Sie ist nicht nur lokal begrenzt, sondern Teil der schleichenden globalen nuklearen Verseuchung.

Wer immer noch glaubt Atompilze, wäre das Markenzeichen eines „nuclear attack“, der irrt. Eindrucksvoll im Internet zu sehen: „Der Arzt von Basra und seine verstrahlten Kinder“ oder „Uran-Munition“, das „Balkan Syndrom“, das „Golfkrieg Syndrom“.

Willi Christmann

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