Ein überfälliger Standart

Leserbrief zum Leserbriefbeitrag von Dieter Fröhlich in der AZ vom 21. Mai.

„Schämen Sie sich!“ Dies ist der abschließende Ausruf einer Leserbriefäußerung gegen die Maßnahme, den behindertengerechten Einbau eines Fahrstuhls für die Aula der Fritz-Reuter-Schule (KGS), die zugleich auch Theatersaal des Kulturvereins ist, zu veranlassen und zu finanzieren. Mir stockt der Atem! Wie kann jemand so kalt und böse behinderten Schulkindern und Theaterbesuchern die selbstverständliche Teilhabe am schulischen Leben, an Bildung und Kultur, verweigern, statt eine solche in unserer so relativ reichen Gesellschaft als längst überfälligen Standard überall zu fordern? Fast nebensächlich wird dabei, dass jener Bevensener Bürger offensichtlich nichts von der spezifischen Theaterspielstättenproblematik weiß, obwohl die AZ hierüber im Zusammenhang mit den Kurhausneubauplänen ausführlich berichtet hat. Und bei der zynischen Diktion des Leserbriefes verwundert es auch nicht, wenn des Verfassers „Wohlfühlsinn“ gestört wird, wenn lediglich Laien, nämlich engagierte ehrenamtliche Vorstandsmitglieder des Kulturvereins und freundliche Schulkinder in ihrer Freizeit am Sonntagabend die Theaterbesucher in der Pause bewirten. James Ensor hat in seinen Bildern solchen „Bürgern“ die Maske der Inhumanität aufgesetzt. Ich erschrecke!

Matthias Torp

Bad Bevensen

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