Den Überblick verloren

Provisorische Flüchtlingsunterkunft in der Stuttgarter Messehalle: Der zunehmend knappe Wohnraum beschäftigt die AZ-Leser. Foto: dpa

Zu den jüngsten Leserbriefen über die Flüchtlingssituation meint Michael Schulz aus Uelzen:.

Es ist schon sehr seltsam, wenn man mit ansehen muss, dass die Kommunen in ganz Deutschland kein Geld mehr für die nötigsten Instandhaltungen haben. Dass Land und Bund die Leistungen für Sozialschwache, Kranke und Bedürftige immer mehr kürzen.

Und dann: Wie ein Blitz vom Himmel ist Geld da. Für die Flüchtlinge soll es Deutschkurse, Eingliederungsmaßnahmen, Sozialleistungen und später dann noch die Familienzusammenführung geben. Für viele Menschen, die sich in diesem Land nur mit Mini-Jobs über Wasser halten, gibt es keinen bezahlbaren Wohnraum. Aber für Flüchtlinge werden Wohnungen zur Not dann auch durch Enteignung organisiert.

Frau Merkel hat den Überblick wohl seit längerem verloren. Mit der Politik, die zu Zeit in Berlin gefahren wird, arbeitet man den „Rechten“ massiv in die Hände.

Zum selben Thema schreibt Eckart Warnecke aus Uelzen:

Es erschreckt, wenn man hört, dass bei den Wahlen in Wien die rechtsnationale FPÖ über 30 Prozent erhalten hat, wobei sich Österreich scheinbar erleichtert freut, dass es nicht noch mehr geworden sind. Steht uns eine ähnliche Entwicklung auch bevor? Steht die NPD schon in den Startlöchern, oder die AFD? Und freut sich die CSU darüber, endlich wieder ein „griffiges“ Thema gefunden zu haben?

Was werden unsere “gemäßigten“ Politiker und Parteien sagen, wenn sich auch hier in Deutschland der Unmut der Bevölkerung in einer Hinwendung zu nationalistischen Parteien erkennen lässt, wenn NPD oder AFD bei 25 oder mehr Prozent landen? Noch herrscht in der Öffentlichkeit eine Stimmung, die eher vom Mitgefühl für die leidenden Menschen aus dem Nahen Osten geprägt ist. Gleichzeitig scheint der Strom der Flüchtlinge unvermindert anzuhalten; das heißt, was im Augenblick passiert, ist erst der Anfang.

Ulrich Scheele aus Bienenbüttel merkt ironisch an:

Wir brauchen jede Menge Millionen Flüchtlinge, jede Menge Millionen Wölfe, jede Menge Millionen Berge, so groß wie die Zugspitze, weil jede Menge Millionen Quadratmeter mehr bebaut werden müssen für alle.

Wir brauchen jede Menge Millionen Euros von der Deutschen Bank zur Finanzierung, oh weia. Die macht gerade jede Menge Millionen Verluste und VW-Autos brauchen wir auch jede Menge Millionen, oh je. Das geht gerade auch nicht.

Oder was brauchen wir?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare