Leserbrief

Wo überall das Geld fehlt...

+
Badleiter Timo Scheller an der Rutsche des Bad Bodenteicher Waldbades: Aktuell werden im Ort viele Anstrengungen unternommen, um die Einrichtung weiter betreiben zu können. Archivfoto: bs

Zum AZ-Beitrag „Wird das Waldbad Bodenteich privatisiert?“ (AZ v. 12. Oktober) sowie zu weiteren Berichten nimmt Heinz Priebe aus Bad Bodenteich Stellung:

Wer heutzutage die Zeitung aufschlägt, bekommt oft das Schaudern. Man liest einerseits, wo überall angeblich das liebe Geld fehlt.

Nehmen wir die AZ vom 12. Oktober: Das Schwimmbad in „Bad“ Bodenteich ist kaum noch zu unterhalten! Seite 2: Für Familien langt das Arbeitseinkommen immer weniger! Ebenfalls Seite 2: Die Breitbandverkabelung kommt aus Geldmangel nicht so richtig voran! Seite 17: Der mit erheblichen Zuschüssen geförderte Strom aus Windkraft und Sonne kann nicht dorthin befördert werden, wo er sich besonders nutzbringend einsetzen ließe. Das Geld für die benötigten Leitungen fehlt!

Nun, viele Probleme sind hausgemacht, wie beim letztgenannten Beispiel. Unsere bis zum Überdruss verwöhnte und überängstliche Gesellschaft kann die seit Jahrzehnten üblichen und verhältnismäßig kostengünstigen Überlandleitungen nicht mehr „ertragen“. Selbst bei unterirdisch verlegten, sündhaft teuren Leitungen fürchtet offenbar mancher um Leib und Leben.

Eigenartigerweise gilt das nicht für alle anderen „strahlenden“ Geräte, die dem Vergnügen dienen, wie zum Beispiel die Glotze, der Computer oder des Volkes liebstes Kind, das Smartphone. Da schert es kaum einen, dass junge Menschen langsam in Scheinwelten abgleiten (AZ vom 13. Oktober), was allerdings nicht an irgendeiner Strahlung liegt!

Um noch einmal aufs Geld zurückzukommen, da liest man andererseits, wenn auch erfreulicherweise etwas seltener, wie es mehr oder weniger sinnlos verpulvert wird.

Mir sträubten sich zum Beispiel die Nackenhaare beim Lesen, wie viel und wie oft Staatsdiener zwischen Bonn und Berlin hin- und herpendeln (AZ vom 12. Oktober). Die Tickets ergeben dabei im Vergleich zu dem gut bezahlten Arbeitsausfall wahrscheinlich noch die geringsten Kosten. Selbst bei einem vorsichtigen Überschlag lande ich bei einer zweistelligen Million jährlich! Obwohl Berlin seit einem Vierteljahrhundert die Hauptstadt ist, wird Bonn wohl weiter den behüteten Dornröschenschlaf hegen.

Über Berlin mit seinen Prestigeobjekten darf man allerdings erst gar nicht nachdenken!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare