VNO trägt Mitschuld an Bus-Hick-Hack

Leserbrief zur Berichterstattung über das gescheiterte ÖPNV-Konzept für den Landkreis Uelzen.

Ein Hick-Hack mit dem ÖPNV-Konzept: Schon seit Wochen geht nun dieses Thema durch die Presse. Da muss man sich als Leser der örtlichen Zeitungen doch fragen, ob es gilt ein verspätetes Sommerloch zu füllen. Ich habe mich mal mit den ÖPNV im Landkreis Uelzen drei Wochen lang beschäftigt und bin zu folgendem Ergebnisgekommen: Fakt ist doch, dass von der VNO ein umfangreiches neues Konzept des ÖPNV nach vielen Wünschen gestaltet wurde. Ein Maximalpreis von 100 000 Euro galt es nicht zu überschreiten. Wenn die VNO hier etwas Sachverstand miteingebracht hätte, dann hätte man von vorn herein wissen können, dass dieses eigentlich nicht möglich ist. Rufbusse sind zwar eine Alternative, können aber nicht wirtschaftlich kalkuliert werden. Ein Fahrgast, der von Soltendieck nach Flinten möchte, müsste mit einem Taxi oder Kleinbus befördert werden. Da es aber kein Unternehmen in diesem Bereich gibt, müsste ein Taxi aus Uelzen kommen, um den Fahrgast drei Kilometer zu befördern. Der Fahrgast würde dann circa 3 Euro für den Bustarif zahlen, das Taxi kostet aber circa 31 Euro. Wer zahlt die Differenz? Die RBB muss hier wirtschaftlich kalkulieren und hat auch eine gewisse Fürsorgepflicht gegenüber den zwölf Bus- und Taxiunternehmen im Kreis Uelzen, die im Auftrag der RBB fahren. Auch das hat die VNO sicherlich nicht berücksichtigt. Nun sieht es so aus, als würde man der RBB den „schwarzen Peter“ zuschieben, aber es gilt nicht zu vergessen, dass die RBB die Kalkulation erarbeitet hat. Die Planung kam doch wohl von der VNO. Kann es sein, dass die VNO jährlich circa 100 000 Euro vom Kreis für die tolle Beratung bekommt? Lieber Herr Opalka , ich sehe den Fehler bei Ihnen. Sie hätten bei Ihrer Planung einen Taschenrechner zur Hand nehmen müssen, dann hätten auch Sie erkannt, dass so eine Umstellung nicht für 100 000 Euro zu haben ist. Denken wir mal an Privathaushalte: Wenn wir uns ein Angebot von einem Bauunternehmer unterbreiten lassen, dann kalkuliert dieser nach unseren Wünschen. Entweder wir müssen das Angebot annehmen oder aber wir müssen unsere Wünsche einschränken und wir können nicht davon ausgehen, dass man uns ein Traumhaus für 20 000 Euro errichtet. Ich meine, der Busverkehr im Landkreis Uelzen reicht völlig aus, da der Schwerpunkt sicherlich zu 80 Prozent im Schulverkehr liegt.

Michael Schulze, Uelzen

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