Tote im Böh: Wann ändert sich etwas?

Leserbrief zur Berichterstattung über zwei Tote in der Obdachlosenunterkunft im Böh:.

Die AZ berichtete darüber, dass in der städtischen Obdachlosensiedlung im Böh zwei Tote von der Polizei Uelzen aufgefunden wurden. Ursächlich sei wohl eine Kohlenmonoxidvergiftung. Der Kohle-Ofen sei so stark befeuert worden, dass sich das Abluftrohr zugesetzt habe und somit die Abgase nicht durch den Schornstein nach außen entweichen konnten und die Bewohner im Schlaf erstickten.

Auch wenn sich das Ordnungsamt der Stadt Uelzen seit Jahren bemüht, die dortigen Lebensbedingungen zu verbessern (so wurden neue Fenster und Türen eingebaut) und auch die ambulante Hilfe des Herbergsvereins meines Wissens dort Sprechstunden anbietet, bei denen die Bewohner auf freiwilliger Basis Hilfe und Beratung erhalten können, sind die Wohn- und Lebensbedingungen der Bewohner unbefriedigend. Die Kohle-Öfen dienen als einzige Heizmöglichkeit. Bei langen Wintern wie diesem reicht das Geld der Bewohner oft nicht aus, um ausreichend Kohle zu kaufen, weshalb mit ungeeignetem, aber billigerem Heizmaterial zugeheizt wird. Diese Menschen, die zunehmend psychisch belastet sind, sind häufig mit den im Böh vorzufindenen Bedingungen überfordert und alleingelassen.

Vor gut 16 Jahren war ich als Sozialarbeiterin im Böh tätig. Schon damals gab es Pläne, das Böh aufzulösen. Was muss noch passieren, damit sich hier grundsätzlich etwas ändert?

Barbara Engelke,

Bienenbüttel

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