Tierwelt findet auch mit A39 den Weg

Die Diskussion um den Lückenschluss der A39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg reißt nicht ab: Gegner und Befürworter liefern sich ein Schlagabtausch. Im Fokus stehen dabei auch die Ausführungen von Prof. Pez. Foto: Archiv

Leserbriefe zur Diskussion um den Bau der A 39 und den Ausführungen von Claus-Dieter Reese zu dem Thema:.

Die endlosen Diskussionen um das Für und Wider bringen doch nichts. Das nervt wirklich. Wir brauchen Lösungen. Fakt ist: Uelzen ist wirtschaftlich zu schlecht angebunden und braucht eine Lösung (A39). Ich kann mir nicht vorstellen, dass nicht nur Eltern es toll finden, wenn zu Tag- und Nachtzeit laufend Brummis durch die Stadt oder Vororte ihren Weg suchen. Die Gefährdung betrifft ja nicht nur Menschen, sondern auch die Umwelt, die durch laufenden Gasfußwechsel leiden.

Wir dürfen dabei auch nicht vergessen, dass außer der Industrie ja unsere arbeitende Bevölkerung das Geld in die Kassen spült. Das setzt voraus, dass alle Beteiligten eine vernünftige Zuwegung haben. Wer einigermaßen schnell zur Arbeit möchte, hat sicherlich keinen Bock, auf der Landstraße hinter Lkw herzuschleichen und entsprechend genervt am Ziel anzukommen.

Ich verstehe zwar die gegenteiligen Meinungen einiger Mitbürger, aber die Masse würde schon davon profitieren und Uelzen als Stadt sowieso. Und es allen recht zu machen, ist ein Unding.

Zum Thema Umwelt: Ich habe noch keine Autobahn gesehen, an der es nicht gegrünt und geblüht hat. Also bitte den Ball flach halten. Die heimische Tierwelt findet auch so ihren Weg, egal ob da Autobahn oder Kanal sind. Und mal ehrlich, wer fährt denn auf dem Weg in den Urlaub schon über Land- und Bundesstraßen?

Günther Denner,

Uelzen

In seinem Leserbrief zitiert Herr Reese aus dem Vorwort der Studie „Mobilität 2020 – Perspektiven für den Verkehr von morgen“ lediglich einige platte Selbstverständlichkeiten über die Bedeutung der „Mobilität von Menschen und Gütern auch für den Wohlstand der Gesellschaft“. Wir wissen nicht, ob Herr Reese dann einfach nicht mehr weitergelesen hat, oder ob er die folgenden Aussagen des Gutachtens als zu unpassend einfach wegließ. Denn laut Studie basiert der aktuell noch gültige Bundesverkehrswegeplan aus dem Jahr 2003 auf dem „veralteten Kenntnisstand“ des Jahres 1997. Im Gegensatz zu den damaligen Annahmen sei die Wirtschaft langsamer gewachsen und das Bevölkerungswachstum ausgeblieben. Trotzdem, so die Studie, könne der Pkw-Verkehr bis 2020 um 20 Prozent und der Lkw-Verkehr um 34 Prozent zunehmen – aber eben gerade nicht in unserer Region zwischen Hamburg und Wolfsburg. Ein Ausbau der Verkehrswege sei vor allem in der wirklich bedeutsamen Nord-Süd-Achse im so genannten „C-Bereich“ auf der Strecke Hamburg – Ruhrgebiet – Frankfurt Mannheim – Stuttgart/Karlsruhe – München sowie im Raum Berlin nötig.

Herrn Reeses „Argumente“ sind also ebenso dünn und falsch wie die Wahlkampf-Propaganda des jüngst nach Bad Bodenteich eingeladenen Staatsekretärs Ferlemann. Dessen Behauptung, man könne die A 39 „natürlich“ und notfalls mit einer Pkw-Maut bezahlen, stoßen sich hart an der Finanzierungs-Skepsis seines Chefs Ramsauer. Auch Ferlemanns Behauptung von „gerichtsfesten Planungen“ beißt sich kräftig mit dem gerichtlichen Baustopp der A 143 oder der Rolle des Bundes bei der Planung des Berliner Großflughafens. Die Mehrheit der Bürger zwischen Lüneburg und Wolfsburg ist deshalb vollkommen zu Recht gegen diese „Nonsens-Autobahn“ und wird sie auch zu Fall bringen.

Eckehard Niemann,

Varendorf

Als ich begann, Herrn Reeses Brief zu lesen, dachte ich: Wunderbar, jetzt wird geliefert – nämlich Argumente, die er für eine Autobahn ins Feld führen kann. Umso größer war die Ernüchterung schon nach der ersten flüchtigen Lektüre. Was er an angeblichen Untersuchungen anbietet, die die Alternativlosigkeit der A 39 belegen sollen, muss man schon als Versuch der Volksverdummung bezeichnen. Ich habe mir die Mühe gemacht, seine Angaben zu überprüfen. Da ist die Untersuchung des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsförderung, die lediglich statistische Angaben über die Wirtschaft einer Region macht. Ein Bezug zu einem Autobahnneubau fehlt! Vielleicht habe ich aber bei der ungeheuren Fülle der Arbeiten die richtige Literaturstelle nicht gefunden. Dann bitte ich um Nachlieferung. Das Zitat aus dem Vorwort zur Studie „Mobilität 2020 – Perspektiven für den Verkehr von morgen“ ist so allgemein gültig, dass niemand widersprechen wird. Im Übrigen sind die Sätze, wie üblich, aus dem Zusammenhang gerissen. Selbst im Vorwort finden sich aber auch schon kritische Worte.

An den Vergleich von Äpfeln mit Birnen muss ich denken, wenn die A20, A71 und A31 mit einer neuen A39 verglichen werden. Nach meinen Informationen sind dort durchaus nicht überall die versprochenen „blühenden Landschaften“ gewachsen! Auf der AZ -Podiumsdiskussion vor der Wahl nannte Herr Hillmer eine wissenschaftliche Arbeit zur A 31, die angeblich die positiven Effekte einer Autobahn nachweist. Bei näherem Hinsehen existiert eine solche Studie überhaupt nicht.

Geradezu anmaßend und unseriös ist es, wenn Herr Reese behauptet, die Ausführungen von Prof. Pez seien leicht zu widerlegen. Er hat es bisher nicht einmal im Ansatz versucht, vermutlich kennt er die Untersuchungsergebnisse gar nicht.

Sehr geehrter Herr Reese, wenn es Ihnen ernsthaft um einen fairen Gedankenaustausch geht, bitte „mehr Butter bei die Fische!“ Herr Prof. Pez steht sicher gern für eine Diskussion mit Wissenschaftlern, die Sie ja zu kennen vorgeben, zur Verfügung. Aber auch wir von der Bürgerinitiative Keine-A 39 wünschen uns seit langem eine sachliche Diskussion mit Ihnen und anderen Befürwortern der Autobahn. Sind Sie dazu bereit?

Uwe Krieg,

Masbrock

Auch ich war auf diesen Montagabend, (des Austauschs von A 39-Gegnern und -Befürwortern, d. Red.) sehr gespannt, habe ich doch gehofft, vielleicht etwas mehr über den aktuellen Stand der Dinge um die A39 zu erfahren. Doch bereits nach sehr kurzer Zeit wurde mir klar, dass die sogenannte „Podiumsdiskussion“ nichts anderes war als eine versteckte Wahlwerbeveranstaltung der Grünen. Zu den Ausführungen von Prof. Pez habe ich folgende Anmerkungen: Er verteilte vor der Veranstaltung Zettel, auf denen Studien über Autobahnen standen, die gebaut wurden oder gebaut werden sollten. Allesamt waren gegen Autobahnen. Die älteste war eine Studie von 1955-1975. Liebe Grüne, 1975 war ich sieben Jahre alt und konnte mit meinen Freunden noch auf der B71 Fußball spielen. Sechs Studien stammten von vor der Grenzöffnung und dem Öffnen des Osteuropäischen Marktes. Prof. Pez, da hab ich schon ein bisschen mehr erwartet, was mich überzeugen soll.

Fahren alle, die da gesessen haben, nur über Landstraßen ihr Urlaubsziel an? Ich wohne direkt an der B71 – Luftlinie acht Meter – und was da heute für ein Lkw-Verkehr von „Mautflüchtlingen“ herrscht, geht eigentlich gar nicht.

Es waren an diesem Abend mehr Befürworter der A39 im Saal, nur es hat sich bis auf einen keiner zu erkennen gegeben. War ja auch wie ein Löwenkäfig dort. Auch Herr Rittinghaus konnte nicht alles sagen, was er wollte, sondern wurde in meinen Augen freundlich bestimmend vom Moderator Herr Ebeling, abgewürgt. Den Klopfer des Abends jedoch brachte der Herr Niemann. Er bezichtete alle Politiker, außer den Grünen, als Lügner und, ich zitiere „ Leute-Verarscher“. Laut Herr Niemann sollen für die Planung 100 Mio. Euro zur Verfügung stehen und 50 Mio. Euro sollen schon weg sein. Woher wissen Sie das, Herr Niemann? Haben Sie Kontoauszüge gesehen oder wer hat Ihnen das erzählt? Wer Sie kennt, weiß Sie einzuordnen.

Ich kann nicht genau sagen ob ich für oder gegen die Autobahn bin. Eines weiß ich aber: Wenn sie denn gebaut wird, ist es meines Erachtens unumgänglich, das die Bundesstrassen für LKWs auch mit Maut belegt werden, damit der Schwerlastverkehr auf den Autobahnen bleibt.

Stefan Hillmer,

Hanstedt II

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