Leserbrief

„Tierhölle auf Erden“

Den Beitrag „Zahl der Tierversuche nimmt zu“ (AZ v. 26. September) kommentiert Franz Naber aus Uelzen:

Der Mensch verbraucht weltweit Millionen Tiere jährlich als Versuchstiere durch Pharmazie- und Kosmetikunternehmen. Wir nehmen das zur Kenntnis, mehr nicht. Es funktioniert nämlich unser Verdrängungsmechanismus. Wir beruhigen unser Gewissen mit der oft gehörten Behauptung, dass Tierversuche eben sein müssten. Tatsächlich werden jedoch die Versuche oft ohne Konzept und ohne jedes Mitgefühl für die Tiere durchgeführt. Hier einige Beispiele:

• Man ließ eine große Anzahl Hunde in verschiedenen Gruppen bei unterschiedlichen Temperaturen verdursten oder verhungern, nur um festzustellen, wie lange es dauert. Ist das Ergebnis veröffentlicht, wird es von anderen Forschungsteams unter ähnlichen Bedingungen wiederholt und nachgeprüft. Jedes Tier ist nach tagelangen Qualen verdurstet oder verhungert.

• Man senkte durch immer wiederholtes Begießen mit kaltem Wasser die Körpertemperatur von Katzen, um dann festzustellen, dass bei ca. 26 Grad der Tod, oft nach tagelanger Qual, eintritt. Auch dieses Experiment wurde von verschiedenen Instituten mehrfach überprüft. ...

Über 6000 Krebsmittel, die am Tier erprobt wurden, haben beim Menschen versagt. Der verstorbene Wissenschaftler Prof. Hans Much sagte einmal: „Tierversuche sind zu 50 Prozent erbärmliche Schinderei lebender Tiere und zu weiteren 45 Prozent sind sie Unfug.“ Die heutigen Computer- Modellberechnungen für die Pharmakinetik machen auch noch den größten Teil der verbleibenden 5 Prozent überflüssig. Die Tieropfer sind umsonst.

Ich glaube, dass wir uns als denkende und fühlende Menschen fragen müssen, mit welchem Recht wir das alles unseren Mitgeschöpfen antun, bzw. antun lassen. Einfach nicht hören und es nicht wissen wollen, ändert nichts an unserer Mitverantwortung. Wir alle wissen, was geschieht, und wenn wir es einfach so hinnehmen, dann sind wir mitschuldig.

Oft hört man in diesem Zusammenhang, das Leid der Tiere wäre doch gar nichts im Vergleich mit dem Leid, das sich die Menschen untereinander auf der ganzen Welt zufügen. Das ist zwar richtig, aber meistens sind es die Gleichen, die versuchen, den leidenden Menschen und den leidenden Tieren zu helfen. Und es sind dieselben, die unter Hinweis auf das eine auch das andere nicht tun.

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