Stephan Schulz aus Bad Bodenteich äußert sich in seinem Leserbrief zum Thema Herdenschutz

„Tiere auf dem Silbertablett“

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Stephan Schulz meint, dass es Halter gibt, die ihre Tiere zu wenig schützen.

Stephan Schulz aus Bad Bodenteich bezieht sich in seinem Leserbrief auf den Bericht „Die Wölfe kamen über den Bach" vom 15. Dezember:

"Dass ein Wolf nicht zwischen Nutztier und Wildtier unterscheiden kann, ist einfaches Basiswissen über dieses Tier. Eigentlich verständlich, dass man seine Nutztiere daher nicht mit dem Nichtstun schützen kann. Man möchte Herrn Drögemüller fast schon beglückwünschen zu der Erkenntnis, dass es Wölfe waren. So manche Erkenntnis führt leider aber nicht zu der gewünschten Analyse. Zum Beispiel, dass ein dünner Drahtzaun kein Herdenschutz ist. Stattdessen werden Tatsachen mit Emotionen kaschiert.

Leserbrief

Ein kurzes Resümee: Konsterniert, mitgenommen und völlig schockiert ist Herr Drögemüller. „Er hat Bilder gesehen, die er nie vergisst. Die Überlebenden Tiere sind panisch und komplett verstört. Die Toten liegen verstreut im Gras oder kopfüber im Bach. Von einem Tier sind nur noch Fellreste und Knochen übrig. Kinder wollten doch vorbeikommen und nun so was. Es macht ihm keinen Spaß mehr.“ Mir leider auch nicht, wenn ich solche emotionalisierenden Artikel lese. So eine Liebe zum Detail wünsche ich mir mal beim Herdenschutz.

Doch gewissenhaftes Arbeiten beim Wolf scheint erst dann anzufangen, wenn DNA-Spuren von Wölfen gesichert werden. Der Nachweis, dass es ein Wolf war, scheint ihm das Wichtigste zu sein. Seine Tiere, die er dem Wolf schutzlos auf dem Silbertablett serviert, dagegen weniger. Es ist in Mode gekommen, dass durch unterlassenen Herdenschutz gezielt Probleme produziert werden sollen, um dann medienwirksam mit dem Finger auf ein Tier zu zeigen, dass nur seiner natürlichen Bestimmung nachgeht. Endergebnis? Nur noch 16 statt 23 Schafe und keine Übernahme der Kosten aufgrund eines fehlenden Schutzes. Das hat schon was von Selbstzerstörung.

Ich weiß auch nicht, mit welchen Diamanten die Zäune in Böddenstedt verziert werden. Mehrere Zehntausend Euro für einen Zaun, der nicht mal zwei Dutzend Schafe beschützen soll? Dass schon seit Jahren 80 Prozent und seit einigen Monaten 100 Prozent der Anschaffungskosten erstattet werden, ist genauso an ihm vorbeigegangen wie die Tatsache, dass Natur einem keine Garantien geben kann. Es sind auch schon Rennfahrer trotz Helm ums Leben gekommen. Trägt deswegen auch nur ein einziger Rennfahrer keinen Helm mehr?"

Leserbriefe geben immer die Meinung des Verfassers wieder. Sie müssen mit Anschrift und vollem Namen unterzeichnet sein. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht.

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