Thema lieblos dargestellt

Dana Klöcker aus Uelzen schreibt zum Bericht „Jeder Stolperstein ein Schicksal“ über eine Aktion der Uelzener Sternschule, bei der Uelzens sogenannte Stolpersteine gesäubert wurden (AZ, 8. Juli, Jugendseite „Durchblick“):

Der Artikel hat mich sehr verärgert. Die Art und Weise der inhaltlichen Darstellung lässt die Frage aufkommen, ob das wichtige Thema „Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Einwohner Uelzens“ und die damit verbundenen Schrecken der Nationalherrschaft aus Sicht der Redaktion keine große Wichtigkeit hat.

Natürlich wurde beim Säubern der Stolpersteine auch gesprochen und gelacht. Es handelte sich ja schließlich nicht um eine Trauerfeier. Dieses in einem Artikel zu schreiben, der die Einwohner Uelzens aus Sicht der Schüler dazu bringen sollte, einmal über die kleinen Mahnmale zu „stolpern“, erscheint mir äußerst unangebracht. Es wäre angemessener gewesen, über die Vorarbeit der Schüler und die Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Uelzen e.V. zu informieren.

Hätte die Klasse sich einen fröhlichen Tag machen wollen, wäre sie bei der Hitze sicher ins Schwimmbad gegangen, anstatt quer durch die Innenstadt und sogar bis zur Oldenstädter Straße zu laufen, um in der prallen Sonne die verschmutzten Steine zu putzen. Die Klasse 9a der Sternschule hat sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, sich mit den Personen, die hinter den Steinen stehen, beschäftigt. Durch die Geschichtswerkstatt kam die Idee der Patenschaft für die Stolpersteine auf und die Schüler erklärten sich sofort bereit, die Steine zu säubern.

Die in der Klasse verbleibenden Schüler werden also auch im 10. Jahrgang darauf achten, dass es nicht zum Vergessen der einzelnen Schicksale kommt. Leider ist dieses nicht mehr am Stern möglich, da es dort keine zukünftigen Jahrgänge im Hauptschulbereich mehr geben wird. Ehrlich gesagt ist es für mich unverständlich, wie diese Thematik auf der „jungen Seite“ der AZ so lieblos dargestellt werden kann.

In der Auseinandersetzung mit den Schrecken des Nazi-Terrors hat die Klasse 9a eigeninitiiert und engagiert eine den Schülern wichtige Aufgabe übernommen, und ich finde, dies sollte im Sinne der Schüler eine angemessene Würdigung erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare