Leserbrief von Ulrich Lüttich aus Wrestedt über eine mögliche Geschwindigkeitsbeschränkung

Tempolimit auf Autobahnen: "Zwei Verkehrsbereiche werden verschont"

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Kreuzfahrtschiffe liegen in Kiel vor Anker: Die Luftverschmutzung durch die boomende Kreuzfahrtbranche ist nicht unerheblich.

Zu den Meldungen über ein mögliches Tempolimit auf den Autobahnen in Deutschland von Sonnabend und Montag erreicht uns folgendes Statement:

"In den vergangenen Jahrzehnten ist immer mal wieder die Sau „130 auf Autobahnen“ durchs Dorf getrieben worden. Nur, wo darf oder kann man denn überhaupt noch schneller als 130 km/h fahren? Wenn es auf vielen Strecken noch kein Tempolimit gibt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, in einen Stau zu geraten.

Leserbrief

Im gleichen Atemzug will die Regierungskommission auch höhere Dieselsteuern einführen. Dabei sind die Fahrer „alter“ Euro-4- und -5- Diesel doch gerade auf kaltem Weg enteignet worden: durch Fahrverbote in immer mehr Innenstädten, gedankt der Deutschen Umwelthilfe. Wer das „Glück“ hat, nicht in einer Diesel-Verbotszone zu wohnen, muss trotzdem massive Wertverluste seines Fahrzeugs aufgrund von willkürlich und ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage festgelegten Grenzwerten einer ständig neue Vorschriften gebärenden EU- Monsterbehörde hinnehmen.

Während sich Politiker mit Vorschlägen zur Verteuerung und Beschränkung des Straßenverkehrs gegenseitig überbieten, werden gleichzeitig zwei Verkehrsbereiche verschont: der Luft- und der Schiffsverkehr.

Weder der Flugzeugtreibstoff Kerosin, der dem Diesel chemisch sehr ähnlich ist, noch das das von Schiffsmotoren verbrannte Schweröl unterliegen einer Besteuerung. Die versteckte Subvention durch die Nichterhebung der Mineralölsteuer beim Kerosin lag laut Umweltbundesamt in 2012 bei 7,083 Milliarden Euro. Flugzeugabgase sind durch entstehende Schadstoffe wie Stickoxide und Rußpartikel besonders umweltschädlich, weil diese in großer Höhe emittiert werden.

Nicht besser sieht es in der Schifffahrt aus, allein die Frachtschifffahrt in der Nord- und Ostsee emittiert 1,5 Millionen Tonnen CO² pro Jahr. Die boomende Kreuzfahrtbranche ist ebenfalls in erheblichem Maße an der Luftverschmutzung beteiligt, und es werden jedes Jahr mehr und noch größere Schiffe gebaut, deren Passagiere mittlerweile in solchen Massen in die Sehenswürdigkeiten einfallen, dass etwa Dubrovnik die Anzahl der täglich ankommenden Kreuzfahrtschiffe limitiert hat.

Wie wäre es, liebe Politiker, wenn ihr euch mal mit den wirklichen Problemen auseinandersetzt?"

Ulrich Lüttich, Wrestedt

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