Leserbrief

Die Suche nach Schadstoffen ist „Blödsinn“

Das Land Niedersachsen will mit Erdöl suchenden Unternehmen nach möglichen Schadstoffen in früheren Bohrlöchern suchen. Dazu erschien am 23. Dezember der AZ-Bericht „Der Boden vergisst nicht“, zu dem Heinz Priebe aus Bad Bodenteich schreibt:

Man kann sich oft nur wundern und fragen: „Wer denkt sich so etwas aus?“ Tagtäglich werden Umweltsünden begangen, ob nun im Kleinen, wie z. B. beim widerrechtlichen Abkippen von Müll im Wald, oder im Großen, wie zum Beispiel dem Verseuchen der Weltmeere. Haben jetzt Umweltschützer, ob privat motiviert oder öffentlich eingesetzt, wirklich nichts Besseres zu tun als Jahrzehnte alte Absetzgruben von Tiefbohrungen aufzustöbern?

Die Suche danach lässt sich eigentlich nur interpretieren als Suche nach weiterer Geldverschwendung. Aus persönlicher Kenntnis kann ich die Untersuchung von zwei früheren Bohrstellen bei Bodenteich, zum einen im Siedlungsgebiet der Nachkriegszeit nahe der Häcklinger Straße und zum anderen in den Seewiesen nahe Schostorf, nur als absoluten Blödsinn bezeichnen. Im ersten Fall lässt sich von der örtlichen Gegebenheit her, nämlich dem Einschluss des eingetrockneten, lehmigen Schlammes in Sandschichten oberhalb des Grundwassers, keinerlei Gefahr ableiten. Im zweiten Fall, nämlich der Lage in der moorigen Niederung der Seewiesen, sieht es zwar völlig anders aus; aber auch hier wäre eine Untersuchung und dann womöglich noch die Auskofferung geradezu hanebüchener Unsinn. Hier hat sich ein wunderschönes Biotop entwickelt mit einer reichhaltigen quicklebendigen Fauna und Flora. Jeder Eingriff wäre, wie es so schön heißt, eine unverantwortliche Verschlimmbesserung.

Die Unterschiedlichkeit der angesprochenen Stellen lässt erahnen, dass es an anderen, Jahrzehnte alten Stellen ähnlich sein dürfte. Verfügbares Geld sollte besser für akute Fälle verwendet werden. Sollte sich da nicht rechtzeitig etwas finden, bliebe ja noch die „Asse“, in der, leider ziemlich hoffnungslos, schon eine ganze Menge Geld versenkt wurde.

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