Ein Stück Heimat

Zur Diskussion um die Straßenumbennung:

Ich möchte auf einen sachlichen Fehler in dem Leserbrief von Frau Schmidt in der AZ vom 19,2,2011 aufmerksam machen. Es war nicht das „Ermächtigungsgesetz“, das am 24.3.33 beschlossen wurde, sondern die „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat“, die der Reichspräsident Hindenburg als Dekret erlassen hat. Sie hat Deutschland vor dem Bürgerkrieg bewahrt.

Es bestanden nämlich Pläne der KPD, mit Unterstützung durch die Sowjetunion durch einen gewaltsamen Putsch in Deutschland eine Räterepublik zu errichten Solche Absichten bestanden schon 1923, als der Bayerische Ministerpräsident Geißler in Bayern eine Räteregierung errichtet hatte. .

Die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ wurde just an dem Tag erlassen, als am Vortag „Das Weltjudentum Deutschland den Krieg erklärt“ hatte“ ( „World Jewry declares war on Germany“) - öffentlich in Millionenauflage mit weltweiter Verbreitung.

Fehlt nur noch, dass die politische Säuberung sich nun auch an die Theodor Heuß Schule heran macht. Denn nicht Farina, sondern der spätere Bundespräsident Theodor Heuß hat im Reichstag für das „Ermächtigungsgesetz“ gestimmt, das die Reichsregierung mit diktatorischen Vollmachten ausstattete.

Übrigens: Warum sollte Herr Farina weitsichtiger gewesen sein als Churchill, der 1937 lobende Worte für Hitler fand. Und warum urteilfähiger als das Nobelpreiskommitee, das den Friedensnobelpreis nur deshalb nicht Hitler verliehen hat, weil es sich zwischen Hitler und Mahatma Ghandi nicht entscheiden konnte (Es verlieh ihn dann der Frijof Nansen Stiftung). Und warum weiser als die „TIMES“, die Hitler 1937 zum „Mann des Jahres“ kürte?

Die Farinastraße, in der geachtete Bürger unserer Stadt nach dem Krieg ihre bescheiden-feinen Häuser bauten, ist für viele Menschen des Sternviertels in 60 Jahren ein Stück Heimat geworden. Und dies ohne darin ein politisches Bekenntnis zu sehen. Die Verstrickungen in eine wirre Zeit des nationalen Aufbruchs können sich die nachgeborenen Straßennamenstürmer in ihrer moralischen Überheblichkeit wohl kaum vorstellen. Es geht hier eine Saat auf, die Selfton Delmer, Chef der Psychologischen Kriegführung ( British Occupational Forces, Department of Psychological Warfare), nach der Kapitulation 1945 selbst so beschrieb:

„Mit Gräuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen ... Und nun fangen wir erst richtig damit an! Wir werden diese Gräuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern, bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis .... sie selber so durcheinander geraten sein werden, dass sie nicht mehr wissen, was sie tun. Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen, ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und das nicht etwa zähneknirschend, sondern in eilfertiger Bereitschaft, den Siegern gefällig zu sein, dann erst ist der Sieg vollständig. Endgültig ist er nie. Die Umerziehung bedarf sorgfältiger, unentwegter Pflege wie englischer Rasen. Nur ein Augenblick der Nachlässigkeit, und das Unkraut bricht durch, jenes unausrottbare Unkraut der geschichtlichen Wahrheit.“

Konrad Thiesemann,

Uelzen

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