Strucks Verantwortung

Leserbrief zu „Mehr Fantasie für den Frieden“, AZ vom 26. November:.

Gut, dass diesmal ein Kirchenvertreter wenigstens einige der Äußerungen von Ex-Verteidigungsminister Struck korrigierte. Denn Struck ist mitverantwortlich für das Hineindrängen Deutschlands in den Afghanistan-Krieg:

Laut Spiegel wurde Deutschland 2001 beileibe nicht in den Afghanistan-Krieg „hineingezogen“. Die damalige Regierung habe Deutschlands aktiven militärischen Kriegseintritt 2001 bewusst und zielstrebig durchgesetzt. Und das gegen den Wunsch der US-Regierung, die die Deutschen gar nicht dabei haben wollten, und auch gegen das Votum von Politikern wie Bundespräsident Rau und von zahlreichen Bundestagsabgeordneten in den Reihen der SPD und der Grünen.

Mit Raffinesse und taktischem Geschick durchgesetzt haben dies mit ihrer „Großmanns-Sucht“ und ihren Weltpolitiker-Allüren demnach vor allem die Politiker Schröder, Fischer und auch Struck, im Verbund mit Militärs wie dem karriereorientierten Generalinspekteur Kujat. Und erst nach dem erfolgreichen Hineindrängeln in den Krieg hätten die Politiker einen ideologischen „Überbau“ für diesen Kriegseinsatz geschaffen, nämlich den dann propagierten Einsatz für „Frauenrechte, Frieden und Demokratie“.

Struck beschönigt und verfälscht dies immer noch mit seinem „hohl, leer und verbogen“ klingenden Spruch von der „Verteidigung der deutschen Sicherheit am Hindukusch“. Mag sein, dass manche Fehlentscheidungen auch unter dem Eindruck des Terrorangriffs vom 11. September 2001 entstanden sind.

Tatsache bleibt, dass eine Mischung aus Großmannsucht und Naivität zu vielen Toten, Verwundeten, Traumatisierten geführt hat. Auch dieser Kriegseinsatz brachte den meisten Menschen auch in Afghanistan keine Perspektive.

Dass auch Angela Merkel diesen Einsatz als „alternativlos“ rechtfertigte, macht Strucks fatale Rolle nicht besser. Spätestens jetzt wäre zu erwarten, dass auch ein Hauptakteur wie Herr Struck seine Motive und Fehler ehrlich und offen benennt.

So wie Harald Kujat, demzufolge der „Schlüsselfehler“ darin bestand, „Afghanistan zu einem deutschen Verteidigungsfall zu erklären“...

Tun wir alles dafür, dass Wähler und Parteimitglieder nicht wieder auf eine ähnliche Propaganda und auf Strategen vom Typ Schröder, Fischer, Struck (oder auch Merkel) hereinfallen und dass Abgeordnete sich dem nicht noch einmal wieder „aus Parteiräson“ unterordnen.

Eckehard Niemann,

Varendorf

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