AZ-Leserbrief

Stimmung gegen den Wolf?

Martin Feck aus Wrestedt kommentiert die Berichterstattung zu einem möglicherweise von einem Wolf gebissenen Mann im Kreis Rothenburg:

Bei der morgendlichen Lektüre ihrer Zeitung fiel mir die sehr reißerisch aufgemachte Schlagzeile „Wolf beißt Mann“ ins Auge. Ist ihre ansonsten seriöse Zeitung auf das Niveau der „BILD“ gesunken? Meine Partnerin musste beim Lesen derselben Nachricht derartig lachen, dass sie sich verschluckte und ich ihr helfen musste, wieder regelgerecht zu atmen! Das muss Mann/Frau sich auf der Zunge zergehen lassen: Da ist ein älterer Herr damit beschäftigt, seine Arbeit zu verrichten, und wird von einem Wolf angegriffen? Der angebliche Wolf beißt ihm in den Arm. Meiner Kenntnis nach, beißen Wölfe, wie viele andere Beutegreifer auch, direkt in die Kehle. Es sei denn, es wäre eine längere Jagd vorausgegangen, was hier nicht zutrifft. Dann fassen Wölfe auch an den (Hinter-) Läufen zu.

Der Rest des Rudels, immerhin drei weitere Tiere, machen seelenruhig am Rande des Geschehens eine Kaffeepause? So einen Quatsch erwarte ich eher in einem Twitterpost von Mr. Fake-News Trump! Wieso geht der Mann erst nach Aufforderung seines Chefs am nächsten Tag zur Polizei, zum Arzt? Jeder Biss eines Lebewesens ist potenziell gefährlich und sollte umgehend durch einen Arzt be- gutachtet werden, man beachte die Gefahr einer Übertragung des Tollwuterregers! Vorbehaltlich einer genauen Abklärung durch einen DNA-Test, halte ich diesen Vorgang für mehr als fragwürdig! Hier wird wiedermal Stimmung gegen den Wolf gemacht.

Niedersachsen spricht bereits über die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht. Dann bitte bedenken Sie, dass dann der Jagdpächter für alle durch den Wolf (nachgewiesenen „Untaten“) durch den Pächter zu tragen sind. Ich verweise auf einen älteren Leserbrief meinerseits.

Rubriklistenbild: © dpa

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