Stärke zu Lasten anderer

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Warum müssen Schulen in den Ortsteilen wie Molzen schließen, damit die Lucas-Backmeister-Schule erhalten bleiben kann, fragt Sabine Hedrich aus Uelzen. Foto: Huchthausen

Zum Artikel „Begehrte Bauplätze“ (AZ vom 16. Juli) und zur Diskussion über Schulschließungen schreibt Sabine Hedrich aus Uelzen:.

Ich denke, es ist an der Zeit, eine Lanze für den (Schul-) Standort Holdenstedt zu brechen. Von den sieben Varianten zum Thema Grundschulschließungen beschäftigen sich fünf mit der Schließung der kleinen Grundschulen in den Ortsteilen und nur zwei Varianten ziehen in Erwägung, den Standort Lucas-Backmeister-Schule zu schließen.

Im Stadtgebiet gibt es drei Grundschulen (Stern, Hermann-Löns, Lucas-Backmeister) von denen zwei Standorte (Stern, Hermann-Löns) gut funktionieren, während die Lucas-Backmeister-Schule rückläufige Schülerzahlen vorweist. Warum wird nun vorrangig diskutiert, diesen Schulstandort zu stärken, indem man die kleineren Grundschulen (mit funktionierenden Konzepten) in den Ortsteilen Molzen, Veerßen und Holdenstedt schließt und deren Schüler zur Erhaltung des Standortes Lucas-Backmeister-Schule benutzt?

Statt die Grundschüler aus diesen Ortsteilen durch die Gegend zu fahren, ist es doch viel einfacher, die verbliebenen Schüler der Lucas-Backmeister Schule auf die unweit liegenden Standorte Sternschule und Hermann-Löns-Schule aufzuteilen. Obendrein ist diese Variante auch noch gut ein Million Euro günstiger als alle anderen Varianten. Das Gebäude der Lucas-Backmeister-Schule könnte man möglicherweise zu einer „Kulturbegegnungsstätte in zentraler Lage“ umfunktionieren und somit hätte auch gleich die Initiative Kultur Uelzen (IKU) eine neue Bleibe (sofern das Schloss Holdenstedt verkauft wird).

Holdenstedt hat sich in den letzten Jahren zu einem Ortsteil mit einer vielfältigen intakten Infrastruktur (zu der natürlich die Grundschule Holdenstedt zählt) gemausert. Man kann, egal ob jung oder alt, alles bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Es gibt auch immer wieder Nachfragen nach Häusern, die zum Verkauf stehen, oder die Möglichkeit, ein Baugrundstück zu erwerben. Daher habe ich mich doch sehr gewundert, dass in dem Artikel „Begehrte Baugrundstücke“ Holdenstedt nicht erwähnt wurde, obwohl doch der Stadtverwaltung seit circa zwei Jahren ein Antrag auf Freigabe eines Baugebiets für Holdenstedt vorliegen müsste. Stattdessen waren nur Bauplätze im Stadtgebiet und in Kirch- und Westerweyhe aufgeführt, die interessanterweise bei den sieben Varianten zur Grundschulschließung auch deutlich besser abschneiden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und hier einen Zusammenhang vermutet?

Ist dies nur ein Zufall oder sollen die Argumente der rückläufigen Schülerzahlen in Holdenstedt (zum Erhebungszeitpunkt 108 Schüler) untermauert werden um den Standort Lucas-Backmeister-Schule (zum Erhebungszeitpunkt 133 Schüler) zu erzwingen und weiter zu forcieren?

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