Die Stadt braucht Mäzen

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Als Fass ohne Boden sieht Ulfert Zergiebel das Schloss Holdenstedt, dessen Verkauf durch die Stadt weiterhin nicht funktioniert. Er hofft auf einen Mäzen, dem das Geld egal ist. Foto: Huchthausen

Zu unserer Berichterstattung über die Schwierigkeiten beim Verkauf des Schlosses Holdenstedt durch die Stadt Uelzen („Schloss belastet Haushalt weiter“, AZ vom 19. Januar), schreibt Ulfert Zergiebel aus Uelzen:.

Uelzen hat zwar eine lange Geschichte, aber nur wenige Zeitzeugen baulicher Natur. Deswegen sollte aus dem Geschichtsbewusstsein heraus alles erhalten werden, was den Anspruch erhebt, wertvoller Zeitzeuge zu sein. Das Schloss Holdenstedt beschäftigt die Stadt seit 30 Jahren.

In dieser relativ langen Zeit hat sich kein Käufer gefunden. In weiteren 30 Jahren wird sich der bauliche Zustand des aus dem frühen 18. Jahrhunderts stammenden Objekts weiter verschlechtern. Uelzen wird dann in die Lage der Investoren versetzt, die gerne mit ihrer Immobilie weiterkommen wollen, aber aufgrund irgendwelcher Vorschriften gehindert werden. Natürlich könnte das Schloss noch so vor sich hin vegetieren, bis sich erste Schäden einstellen, Ausbesserungen oder Absperrungen anstehen. Wann das sein wird, kann nur ein Gutachten klären.

Aber ehrlich, wer will schon einer betagten Immobilie gutes Geld hinterher werfen, was eh sichtbar ist. Wenn es die Denkmal-Behörde finanziell allein nicht stemmen kann, muss dort ein Umdenken stattfinden und das Objekt schrittweise aus dem Denkmalschutz herausnehmen.

Was braucht also die Stadt Uelzen: einen Mäzen, der so viel Geld hat, dass es ihm egal ist, was das alles kostet. Nur, den zu finden, ist nicht leicht. Es muss einer sein, dem Ruhm, Anerkennung, Kindheits-Erinnerungen und Träume über alles gehen. Vielleicht wird er sein Herz an den wild-romantischen Mini-Park verlieren – aber drin wohnen wird er als Schlossher vermutlich nicht. In gewissen Abständen wird er Hof halten und die Honoratioren der näheren und weiteren Umgebung dazu laden.

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