A 39: Spielt Würde noch eine Rolle?

Leserbrief zur AZ-Berichterstattung „Hesebeck im Schockzustand“ vom 14./15. Mai.

Bei der Vorstellung der neuen Trasse erfuhren die Gr. Hesebecker, dass die Trasse dichter an Gr. Hesebeck ran verlegt wird. Ein Haus muss abgerissen werden. Der Sportplatz des TSV Einigkeit Gr. Hesebeck-Röbbel ist so nicht mehr nutzbar. Beim Hof Hüwing führt die Trasse direkt durch den Garten, die Zufahrt für die jetzt gerade neu errichtete Kartoffelscheune ist nicht möglich. Und das alles nur, weil die alte Planung durch 0,2 Hektar Erlen und Eschenbestand führt, die der Besitzer jederzeit bewirtschaften kann (Holznutzung). Hinzu kommt, dass eine 240 Meter lange und 9 Meter hohe Talbrücke die den Röbbelbach überquert. Nach Auskunft des Lärmschutzexperten, bei dieser Vorstellung in Gr. Hesebeck, wird sogar die Kurstadt Bad Bevensen von Lärm betroffen sein. Man fragt sich, ob die Würde des Menschen, die im Grundgesetz verankert ist, überhaupt keine Rolle mehr spielt und das alles nur wegen 0,2 Hektar Erlenholz. Wenn man die vorgesehene Trasse gebaut hätte, wäre die Brücke kleiner geblieben, kein Hausabriss, und die Lärmbelästigung kleiner. Anderswo sind es Frösche die berücksichtigt werden. Warum haben die Experten sie bei uns nicht gesehen, denn vorhanden sind sie bei uns auch. Eine Rohrweihe hat Ihr Nest jetzt genau in der neuen Trasse. Zusätzlich baut man nun auch noch zwischen den eng zusammenliegen8den Dörfern Gollern, Röbbel und Gr. Hesebeck eine Abfahrt, die vorher in Römstedt geplant war. Der Verkehr von Hafengebiet Uelzen führt durch die Dörfer Molzen, Jastorf und Gr. Hesebeck. Das Wohngebiet der Röbelerstraße in Bad Bevensen, mit dem Altersheim und Kindergarten ist betroffen, 3000 Fahrzeuge mehr. Eine östliche Umgehung, die nicht durch das FFH Naturschutzgebiet Röbbelbach führt wurde nicht weiter verfolgt. Hier wäre die Entfernung zu Ortschaften über 300 Meter. Für die jetzige Planung ist das Land Niedersachen verantwortlich. Warum werden bei einer Planung nicht rechzeitig die Bürger beteiligt, sondern genau wie beim Bahnhof Stuttgart vor vollendete Tatsachen gestellt? Wussten unsere Landtagsabgeordnete vorher nichts davon? Sind 0,2 Hektar Erlenbruch mehr wert als die würde des Menschen dieser Dörfer? Antworten auf diese Fragen hätte ich gern von den zuständigen Landtagsabgeordneten.

Carl Friedrich Bautsch

Gr. Hesebeck.

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