Sparen – egal, was es kostet?

Wie bloß Geld einsparen? Das beschäftigt die Politik in der Samtgemeinde derzeit. Albrecht Jaep plädiert dafür, Löhne der Mitarbeiter im Rathaus in Wrestedt zu kürzen oder Personal abzubauen.
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Wie bloß Geld einsparen? Das beschäftigt die Politik in der Samtgemeinde derzeit. Albrecht Jaep plädiert dafür, Löhne der Mitarbeiter im Rathaus in Wrestedt zu kürzen oder Personal abzubauen.

Zu den Berichten über den vom Land ausgegebenen Sparzwang der Samtgemeinde Aue schreibt Albrecht Jaep aus Wrestedt:

Mit viel Brimborium hat die Samtgemeinde Aue von Kameralistik auf Doppik umgestellt. Doppik, die doppelte Buchführung, ist kaufmännische Schule. Diese Buchführungsart gibt seit jeher dem wirtschaftlichen Status des Unternehmens real wieder. Vielleicht färbt diese Eigenschaft einmal auf die Kommunen ab. Doch noch ist es nicht so weit. Deshalb ein kurzer Blick in die freie Wirtschaft.

Im Wirtschaftsleben ist es schwierig, aufgrund von Konkurrenz, den Ertrag durch Umsatz oder Preisanpassung einfach zu erhöhen. Was macht deshalb ein Unternehmer, wenn das Geld knapp ist? Es analysiert seine Buchführung. Die Ausgaben. Größere Aufwandsposten ergeben dabei oft auch höhere Einsparpotentiale. Dazu zählen z. B. Löhne und Produktionsmittel. Ein Unternehmer erwägt angesichts knapper Mittel Rationalisierungen, Entlassungen, Gehaltskürzungen oder fordert Mehrarbeit – selbstverständlich bei gleichem Lohn.

Und das Hauptamt der Samtgemeinde Aue? Es handelt noch einfältig wie in alten Zeiten. Denn welchen Vorschlag macht der Bürgermeister den Ratsmitgliedern? Er plädiert für Steuererhöhungen. Na klar! Ein Beamter! Eben ein beamteter Bürgermeister, der nicht versteht, dass Dorfpolitiker vor Steuererhöhungen zurückschrecken.

Steuererhöhungen, und nicht nur zu knapp, schlägt auch das Innenministerium vor. Ebenfalls alle Beamte! Aber Steuererhöhungen auf kommunaler Ebene betreffen nun einmal Grundsteuer, Gewerbesteuer, Hundesteuer und einige andere. Steuerarten, vor denen der ortsgebundene Bürger nicht in eine „bessere“ Region flüchten kann. Mein Vorschlag an den beamteten Bürgermeister: Nochmals die Ausgabeseite überprüfen. Dabei will ich keineswegs unterstellen, dass dies nicht bedacht wurde. Aber sinnlose bürokratische Auswüchse gibt es in jeder Verwaltung zahlreich. Deshalb noch einmal alles überprüfen. Und auf die „dicksten Brocken“ konzentrieren. Dazu zählt nicht die Straßenbeleuchtung; ob diese ein oder zwei Stunden länger brennt, sind Peanuts. Doch wie ist es zum Beispiel mit den Personalkosten? Siehe hierzu das Beispiel der oben beschriebenen Unternehmensanalyse. Also den Sparwillen auch einmal auf solche unpopulären Posten richten. Dabei bin ich mir bewusst, dass solch ein Ansinnen Aufruhr geben kann. Aber ein Bürger muss sich nicht nur in Lobpreisungen ergehen. Und die bedeutende Stellung eines Bürgermeisters schließt Kritik nicht aus. Deshalb halte ich es mit Niccolò Machiavelli (1513): „Die Menschen sind nun mal so, dass einer Freunde nur dann bekommt, wenn er schmeichelt, und Feinde, wenn er die Wahrheit sagt.“

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