Leserbrief

Die SPD sollte ihre Geschichte studieren

Zu den Berichterstattungen über die Bildung einer Großen Koalition meint Karl Jongeling aus Uelzen:

Gewiss: Die Geschichte wiederholt sich nie, aber trotzdem sollten gerade Politiker sich mit ihr beschäftigen, um Fehler nicht zu wiederholen. 1923 stellte die SPD zwar nicht den Reichskanzler, aber Sozialdemokraten bekleideten vier wichtige Ministerien. In wenigen Monaten löste diese Regierung mehrere Probleme: Die Rentenmark beendete die unvorstellbar hohe Inflation, der passive Widerstand an der Ruhr wurde beendet und schließlich der Hitlerputsch niedergeschlagen. Allerdings ging man auch gegen von der KPD in Sachsen und Thüringen inszenierte Versuche einer Revolution vor, also gegen rote Freunde. Das wollten die SPD-Genossen nicht akzeptieren und stürzten deshalb die Regierung. Der damalige Reichspräsident Friedrich Ebert sagte zu seinen Parteigenossen: „Was euch veranlasste, den Kanzler zu stürzen, ist in sechs Wochen vergessen. Aber die Folge eurer Dummheit werdet ihr noch zehn Jahre spüren.“ Ich denke, ähnlich hat Bundespräsident Steinmeier mit Schulz & Co. gesprochen. Liebe Freunde von der SPD! Warum studiert ihr nicht die Geschichte der eigenen Partei? Von Neuwahlen profitierte 1930 die NSDAP. Heute wäre es die AfD.

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