Leserbrief

Wo sollen die Kinder hin?

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Auf dem Kinderhof Steddorf soll eine neue Krippe entstehen, die Gemeinde Bienenbüttel hat bereits Fördermittel beantragt. AZ-Leserin und Mutter Karina Bergmann zweifelt, ob das reicht. 

Zu dem steigenden Bedarf an Kita- und Krippenplätzen in der Gemeinde Bienenbüttel hat AZ-Leserin Karina Bergmann aus Bienenbüttel eine klare Meinung:

Ich bin Mutter von zwei kleinen Kindern. Nach beruflichen Jahren in Großstädten haben mein Mann und ich uns bewusst dafür entschieden, wieder zurück hier in die Region zu kommen und in Bienenbüttel unsere Familie zu gründen. Geschäfte des täglichen Bedarfes, eine gute Bahnanbindung, eine Schule und nicht zuletzt auch ein großes Angebot an Kindergärten haben uns überzeugt.

Auch haben wir positiv zur Kenntnis genommen, dass es in fast allen Kindergärten eine Früh- und Nachmittagsbetreuung gibt, es entsteht der Eindruck: Bienenbüttel tut etwas für seinen Nachwuchs. Bei näherer Betrachtung zweifeln wir nun aber gehörig daran, denn eine Fehlentscheidung reiht sich hier an die Nächste.

Wenn ich eins und eins zusammenzähle, komme ich schnell darauf, dass ich vermehrt für Krippen- und Kindergartenplätze sorgen muss, wenn ich reihenweise Neubaugebiete aus dem Boden stampfe, wie es in den letzten Jahren geschehen ist und weiter vorangetrieben wird. Leider ist auch 2018 keine solide, endgültige Lösung für fehlende Plätze geschaffen worden.

Wo, liebe Gemeinde, sollen die Kinder denn hin? Werden wieder Nachmittagsgruppen und Kinderaufbewahrungsplätze in Containern geschaffen? Soweit man es bei der Gemeinde und aus der Zeitung erfährt, sollen auf dem Kinderhof neue Krippenplätze geschaffen werden. Das ist sehr zu begrüßen, aber reicht das? Und wohin sollen diese Krippenkinder denn in den Kindergarten gehen, wenn sie drei Jahre alt werden, denn soweit bekannt ist, werden derzeit keine langfristigen Kindergartenplätze geschaffen.

Ich frage mich, wie die Gemeinde so kurzsichtig denken kann. Warum gibt es keine endgültige Lösung, sondern es wird seit Jahren immer nur ganz panisch versucht, die „überzähligen“ Kinder irgendwo unterzubringen, egal zu welcher Qualität.

Es wird viel von Zukunft und Familienförderung geredet, hier scheitert es an guter Planung und Vernunft. Wir Eltern sitzen mit unseren Babys zusammen und fragen uns, wie die Situation in ein bis zwei Jahren sein wird, wenn unsere Kleinsten soweit sind.

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