AZ-Leserbrief

Sehr wohl klimaschädigend

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Das Pestel-Institut hat vorgeschlagen, dass Christen zur Entlastung des Klimas sieben Wochen auf Fleischprodukte verzichten sollten – die AZ-Berichterstattung dazu kritisiert Matthias Heuer. 

Den Beitrag „Christen sollen fürs Klima fasten“ (AZ v. 23. März) kommentiert Matthias Heuer aus Uelzen:

Den Artikel samt Kommentar empfinde ich als eine Zumutung und als ein Beispiel für schlechten Journalismus: Schon die Überschrift ist irreführend und widerspricht zum Beispiel der Stellungnahme Propst Hagens im selben Artikel. Statt im Folgenden den Hintergrund und das Motiv des Pestel-Institutes für seinen Vorschlag zu recherchieren, wird ausgerechnet Herr Riggert zu seiner leider sehr vorhersehbaren Meinung zum Fleischverzicht interviewt. Dessen unwissenschaftliche Äußerungen über die Bedeutung des Fleischkonsums für den Ackerbau werden unkommentiert abgedruckt.

Die unangenehme Wahrheit aber, dass der massive Fleischkonsum aus nicht artgerechter Tierhaltung sehr wohl klimaschädigend ist, wird im Kommentar schlicht als „Fake-News“ abgetan. Das Fazit des Kommentars ist dann wohl als Bankrotterklärung zu verstehen: Der Verbraucher sei überfordert damit, auch noch das Klima zu retten.

Wer, wenn nicht „der Verbraucher“ – also jeder einzelne, hat denn die Verantwortung dafür, durch sein Verhalten zur Rettung des Klimas beizutragen? Die Einschränkung des Fleischkonsums ist da nur ein möglicher Beitrag, und ein gesunder noch dazu. Dass nebenbei noch das Elend der Massentierhaltung reduziert werden könnte, sollte ebenfalls motivieren, weniger Fleisch zu konsumieren.

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