"Da schwillt mir aber immer wieder der Kamm!"

Leserbrief zu "Lehrer sind keine Prügelknaben" in der AZ vom 28.08.2013 (Kolumne vom Landtagsabgeordneten Herrn Jörg Hillmer)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Politiker beim Wechsel von der Regierung in die Opposition oder umgekehrt vergessen, was sie vorher gesagt und getan haben. Das ist sattsam bekannt und deshalb auch kaum noch einer Aufregung wert. Wenn ich die Kolumnen von Herrn Hillmer lese, schwillt mir aber immer wieder der Kamm. Mit unschöner Regelmäßigkeit beschränkt er sich auf die Verunglimpfung der Gegenseite, ohne selbst aus der Deckung zu kommen. So geht es noch nicht einmal bei Stammtischen zu.

Was die Situation der Lehrer betrifft, hat unter anderem und wohl nicht zuletzt das ständige Basteln der Politiker am Schulsystem zu erheblicher Frustration geführt. Die Folge sind Ausfälle, die nicht zufriedenstellend ausgeglichen werden können, was wiederum die Eltern frustriert. Die Schüler sind zwar besonders betroffen; aber wie es scheint, haben die sowieso immer weniger Lust, zur Schule zu gehen. Das Herumdoktern am Schulsystem erleben wir nicht nur seit Jahren, sondern bereits seit Jahrzehnten und zwar unter jeder Regierung. Im Zuge dieses nicht endenden ‚Reformierens‘ fühlt sich nun Herr Hillmer bemüßigt, ‚Rot-Grün‘ zu unterstellen, daß „ihnen doch das gegliederte Schulsystem und besonders das Gymnasium schon lange ein Dorn im Auge“ ist. Ja ist denn der Mann nicht mehr ganz bei Trost? Wer hat denn durch die Einführung der ‚Oberschule‘ damit angefangen, die Gliederung aufzuweichen? Was Herr Hillmer ansonsten schlagwortartig und mit polemischer Untermalung vorbringt, mag stimmen oder nicht. Daß kaum ein Leser das wirklich überprüfen kann oder will oder wird, paßt dabei ins Bild. „So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt“. Immerhin bilden schulgeplagte Lehrer und Eltern eine herausragende Wählergruppe.

Heinz Priebe, Bad Bodenteich

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