Schuten gesprengt: Nur Murks

Leserbrief zur Berichterstattung über die erneute Jahrhundertflut:.

Das Unglück, das die Flutkatastrophe den Betroffenen bereitet hat, ist erschütternd und die Welle der Hilfsbereitschaft, die sie ausgelöst hat, ist ergreifend. Mit Recht können die vielen Helfer stolz darauf sein, was sie unmittelbar vor Ort geleistet haben, seien es Mitglieder von Vereinen, Verbänden oder offiziellen Organisationen, die mehr oder weniger zur Hilfe verpflichtet sind, oder seien es die vielen anderen, die selbstlos und wie selbstverständlich zur Hilfe herbeigeeilt sind.

Gerade angesichts der beeindruckenden, in Handarbeit erbrachten Leistungen kann ich es mir nicht verkneifen, die geradezu hilflos anmutende Abdichtung des Deichbruches bei Fischbeck aufs Korn zu nehmen. Auf die Idee mit den Schuten kann vielleicht jemand kommen, der damit zu tun hat; aber bestimmt nicht ein erfahrener Wasserbauer. Die Aussagen sowohl des Innenministers als auch des Kommandeurs des Landeskommandos (AZ vom 17. Juni ‚Schiffeversenken am Deich‘) lassen da eher eine wenig qualifizierte Allianz aus Politik und Militär vermuten. Na gut, schließlich weisen beide ja auch auf die Unsicherheit hin, und Tollkühnheit wird oft aus lauter Verzweiflung geboren. Was mich aufbringt, ist die Unverfrorenheit, diesen Murks als gelungene Sicherungsmaßnahme zu bezeichnen. Das Bild in der Zeitung bedarf in seiner Deutlichkeit keiner weiteren Worte. Es beweist das glatte Gegenteil!

So schlimm es klingt: Es wäre besser gewesen, weiter abzuwarten, zumal die Pegel bereits sanken. Wie schön, wenn das Geld, das hier im wahren Sinne des Wortes versenkt wurde, Betroffenen zugutegekommen wäre. Für die Schuten war vorher schon von mehreren 100 000 Euro die Rede, was nur einen Teil, und vermutlich sogar nur den kleineren Teil der Kosten, bildet.

Es sollte nicht wundern, wenn zu schlechter Letzt der sogenannte Deichschluss später den Rückfluss von Wasser aus den überschwemmten Ländereien in die Elbe behindert.

Heinz Priebe,

Bad Bodenteich

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