Leserbrief

Schulz muss auch liefern

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Seit die SPD den ehemaligen Präsidenten des Europaparlamentes, Martin Schulz, zu ihrem Kanzlerkandidaten erkoren hat, steigen ihre Umfragewerte. Leser Herbert Seerau fragt, ob das anhält?

Über die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz (SPD) schreibt Herbert Seerau aus Bad Bevensen:

Nach der Ernennung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten wird in der SPD gejubelt und die Umfragewerte steigen von Woche zu Woche. Trotzdem muss man sich fragen: Gelingt es Martin Schulz auf Dauer, die SPD hinter sich zu bringen, kann er die Menschen wirklich von seinen Vorhaben überzeugen und wird er am Ende von der eigenen Partei nicht im Stich gelassen?

Wir haben es bei der letzten Bundestagswahl 2013 bei Peer Steinbrück gesehen. Es wurde im Wahlprogramm der SPD vieles versprochen. Zunächst waren die Umfragewerte für die SPD gut und bei der Bundestagswahl ist sie kläglich gescheitert. Somit wurde eine große Koalition aus CDU, CSU und SPD geschmiedet.

Martin Schulz dürfte den Vorteil haben, dass er nicht arrogant, sondern sehr intelligent und wortgewandt ist und aus einfachen Verhältnissen stammt. Viele Menschen möchten laut neusten Umfragen gerne den Politikwechsel und die Ära Merkel beenden, aber trotzdem fühlen sie sich verunsichert, da vor jeder Wahl von den Politikern aller Parteien falsche Versprechungen beziehungsweise Hoffnungen geweckt werden.

Wir sollten zurzeit nicht täglich nach Amerika schauen, sondern bei uns im Land vor der eigenen Tür kehren. Es liegt genug Dreck herum. Unverschämt hohe Managergehälter, Abfindungen und Bonuszahlungen in Millionenhöhe für Vorstände beziehungsweise Manager bei den Banken und VW. Gefährdung der Inneren Sicherheit durch Terror. Man fragt sich, was ist mit der arbeitende Bevölkerung, den kleinen Leuten, die von morgens bis abends teilweise schwer schuften müssen und von ihrem Einkommen nicht leben können? Was ist mit den Sozialschwachen, die kein Dach über den Kopf haben, den Rentnern, die trotz lebenslanger Arbeit und ihrer Beteiligung am Aufbau des Wirtschaftsstandorts Deutschland jetzt im Alter teilweise unter der Armutsgrenze leben?

Wenn Schulz diese brisanten Themen zur Chefsache macht und er in Deutschland endlich die Soziale Gerechtigkeit herstellen kann, dann wird er in der Wählerschaft eine breite Unterstützung erhalten.

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