Schönheit vor Sicherheit?

Leserbrief zu „Buchsbaum nimmt das Tempo raus“, AZ vom 22. August:.

Ein Test macht es deutlich: Die Kübel plus Buchsbaum sind Sichthindernisse, von denen eine unnötige Unfallgefahr für die Verkehrsteilnehmer ausgeht – auch bei Tempo 10. Schon die Slalomfahrt an sich verlangt Rad- und Autofahrern einiges an zusätzlicher Konzentration ab. Erschwerend kommen jetzt noch die künstlichen Sichthindernisse hinzu.

Kinder, Rollstuhlfahrer und kleine Erwachsene sind jeweils von einer Straßenseite nicht oder schlecht zu sehen, wenn sie die Straße queren möchten. Jeder Autofahrer weiß um die Gefahr von Kindern, die zwischen parkenden Autos über die Straße gehen. Jetzt kommen noch 13 Sichthindernisse hinzu. Dazu noch die Eingangsbereiche zur Tempo-10-Zone, wo der momentane Standort der Tempo-10-Schilder ebenfalls ein Sichthindernis für querende Kinder darstellt.

Niedrige Bepflanzung und Verrücken der Tempo-10-Schilder würden Abhilfe schaffen.

Hinzu kommt, dass die dunkle Jahreszeit näher rückt. Wie sollen die Verkehrsteilnehmer die dunkelgrauen Kübel ohne Warnmarkierung erkennen? Wenn ich davon ausgehe, dass von vornherein alle Sicherheitsaspekte bedacht werden müssten, fehlen an den Kübeln noch Leuchtmarkierungen, die dafür sorgen, dass die Hindernisse bei Dunkelheit oder trübem Wetter besser zu sehen sind. Denn was ist mit der Gefahrenreduzierung bei Tempo 10, wenn ich zusätzlich zu den anderen Verkehrsteilnehmern auch noch darauf achten muss, wann wo ein unscheinbarer Kübel steht?

Der Buchsbaum macht ihn zwar sichtbarer, aber die von letzterem ausgehende Unfallgefahr auch bei Tempo 10 lässt eine hohe Bepflanzung nicht zu. Schönheit vor Sicherheit? Sicherlich nicht. Vielleicht Katzenaugen, die soweit nicht die Optik stören, aber im Dunkeln leuchten?

Thema Sauberkeit: Dort, wo Bänke zum Verweilen einladen, sind Papierkörbe nötig, um die Aufenthaltsqualität dauerhaft zu sichern. Ich hoffe, dass Papierkörbe in der endgültigen Planung vorgesehen sind beziehungsweise nachträglich aufgenommen werden.

Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer – ein Miteinander wird durch die Sichthindernisse künstlich erschwert. Sicherheit für alle hat Vorrang.

Susanne Niebuhr,

Uelzen

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