Leserbrief: „Unberechtigte Angriffe auf die Demokratie“

Sie zollt dem Umgang von Peter Altmaier mit den in den Reichstag eingedrungenen Protestlern Respekt, schreibt AZ-Leserin Anja Meier.
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Sie zollt dem Umgang von Peter Altmaier mit den in den Reichstag eingedrungenen Protestlern Respekt, schreibt AZ-Leserin Anja Meier.

Zu den Protesten gegen das neue Infektionsschutzgesetz „Reform trotz Protesten“ (AZ vom 19. November) und das Eindringen von Demonstranten in den Reichstag schreibt diese Leserin:

Wer hätte das gedacht, dass eine Grüne jemals den Hut vor Wirtschaftsminister Altmaier ziehen würde. Ich tue es heute vor ihm und anderen Abgeordneten angesichts der Angriffe von Covidioten am Mittwoch im Bundestag.

Herr Altmaier bewahrte Haltung und versuchte, mit den laut schimpfenden Eindringlingen zu reden, obgleich Sachargumente auf verlorenem Posten waren.

Diese von der AfD eingeschleusten Gegner des Infektionsschutzgesetzes bedrängten und bedrohten also unsere gewählten Vertreter im Bundestag. Angestachelt durch ihre verschwörungstheoretischen Köpfe, vergleichen sie den Gesetzesentwurf mit den Notstandsgesetzen der Nazis.

Diesem Konglomerat aus geschichtsrevisionistischen und demokratieverachtenden Menschen geht es nicht um einen Dialog und den Austausch von Argumenten, nicht um eine Diskussion auf Augenhöhe, es geht ihnen darum anzugreifen, bloßzustellen, ihrer Verachtung eine Bühne zu geben.

Sie fühlen sich als Mehrheit, obwohl sie eine kleine Minderheit sind; gefangen in ihrer Blase aus Fake News, bestätigt von lauten Gleichgesinnten in den sozialen Medien und instrumentalisiert von der AfD.

Unsere gewählten Vertreter müssen immer häufiger mit Morddrohung und wüsten Anschuldigungen auf allen Kanälen zurechtkommen. Stellen sie sich Rede und Antwort, werden sie nicht selten auf unflätigste Art und Weise niedergebrüllt oder auch körperlich bedrängt und angegriffen.

Es gibt berechtigte Kritik an dem Gesetz, doch die wurde nun überlagert von diesen unberechtigten Angriffen auf unsere Demokratie. Anja Meyer,  Schmölau. Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Kürzungen behält sich die Redaktion vor.

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