Schluss mit A-39-Gaukelei

Die Skepsis der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann hinsichtlich der Zukunft der A 39 ist angebracht.

Angesichts zunehmend fehlender Haushaltsmittel und des immer drängenderen Reparaturstaus hat Bundesverkehrsminister Ramsauer entschieden, dass die Erhaltungsinvestitionen vieler maroder Verkehrswege und Autobahnen auf viele Jahre Vorrang haben müssen. In seinem Infrastrukturplan listet er zudem viele begonnene Großbau-Maßnahmen auf, die bis 2015 absolut vorrangig zu Ende gebaut werden sollen.

Schließlich und endlich hat er in einer weiteren Rubrik als Sammelposten nur noch zusammen geschrieben, welche weiteren Planungen denn bis 2015 theoretisch überhaupt noch fertig werden könnten. Und unter diesen hunderten Projekten befinden sich von den 105 km einst beabsichtigter A 39 nur noch 14 km A 39 – wobei selbst deren Planfeststellung bis 2015 nicht als sicher eingeordnet wird.

Und selbst wenn es - trotz aussichtsreicher Klagen der A 39-Gegner - bis 2015 noch eine Planfeststellung geben sollte: Wer glaubt denn, dass der A-39-Stummel der von der Landesregierung ohnehin minder geliebten A 39-Lobby sich gegenüber einer Unzahl weiterer Projekte und Lobbygruppen durchsetzen wird? Die zu erwartenden Verteuerungen beim Bau der laufenden Baumaßnahmen lassen den Rest im Haushalt für neue Maßnahmen ohnehin gegen Null schrumpfen. Und: Wenn man die 140 Millionen für den 14 km-Stummel auf die 105 km A 39 hochrechnet und Zusatzkosten für Tunnel, Grünbrücken und Ausgleich berücksichtigt, dann ergibt sich mit ca. 1,5 Milliarden Euro mehr als die Verdoppelung der bisher prognostizierten Baukosten – und damit ein vollends unrentables Nutzen-Kosten-Verhältnis! Also: Schluss jetzt mit der unsinnigen und schädlichen A-39-Gaukelei, volle Kraft für den Bau der Umgehung Kirchweyhe und den regionaldienlichen Ausbau vorhandener und alternativer Verkehrswege!

Renate und Eckehard Niemann,

Varendorf

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