Zu schlicht für Uelzen

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Die Wachsmuthsche Klinke soll mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebaut werden. Die Fassadengestaltung löst bei Dr. Jan Heller keine Begeisterung aus. Foto: Architekturbüro

Die AZ berichtete über Bebauungspläne an der Wachsmuthschen Klinke. Dr. Jan Heller aus Uelzen schreibt dazu:.

Das Marktcenter, die geplante Bebauung auf dem ehemaligen Tep & Tap-Gelände, die Brache des alten Katasteramtes, der Umbau der Kaufhalle und jetzt ganz neu die Planungen an der Wachsmuthschen Klinke am Lüneburger Tor: Alles Windeier, Luftnummern oder doch ernsthafte Absichten? Sind die Verträge geschlossen und vermeintlich alles unter Dach und Fach, die Investoren benannt, und es fehlt nur noch eins, der heiß ersehnte Baubeginn, dann kommt der Stop.

Ist es der anfangs sichere Hauptmieter, der sich neu bewertet und dann doch abspringt, oder der renommierte Investor, der einfach nicht mehr will. Eine kleine Auswahl von Gründen für Baustop und Projektende in Uelzen, die bei aller bisherigen Euphorie der Stadtoberen zu Marktcenter & Co. gerade deshalb mehr Fragen als Antworten liefern. Wenn es nicht letztendlich und zur Rettung zumindest eines der genannten Projekte, des neuen Lüneburger Tors, nicht einen Architekten gäbe, der im unerschütterlichen Glauben steht, diese Stadt mit seiner überragenden und alles in den Schatten stellenden architektonischen Sprache zu beglücken und zu bereichern.

Eigentlich müssen wir Uelzener dem Architekten Herrn Schuwirth für sein Engagement zur Bebauung der Wachsmuthschen Klinke überaus dankbar sein, und unserem Stadtbaurat Herrn Scheele-Krogull für seine Vermittlung. Herr Schuwirth ist zwar kein Liebeskind, den unsere Lüneburger Nachbarn für ihren Universitätsneubau gewinnen konnten, aber seine Referenzen können sich sehen lassen. Vom Townhouse hinter dem Auswärtigen Amt bis zur AOK-Hauptverwaltung in Berlin. Alles sehr passabel bis sehr beeindruckend. Nur ob seine sehr übersichtliche Fassadengestaltung und zu klare Formensprache zum neuen Lüneburger Tor uns Uelzener in Ekstase treibt oder den Nichtarchitekten, zu dem sich der Schreiber dieses Artikels zählt, ästhetisch schlichtweg überfordert, bleibt jedem Leser selbst überlassen.

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