Ein Schlag ins Gesicht der Überlebenden

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Die Dresdener Rede von Björn Höcke ist für AZ-Leser Dr. Gunther Schendel ein Angriff auf die Opfer der NS-Verbrechen. Foto: dpa

Zur Rede des thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke und zu den Artikeln „AfD-Mann Höcke kritisert Holocaust-Gedenken (AZ vom 19. Januar) und „Wie viel Höcke verträgt die AFD“ (AZ vom 20. Januar) schreibt Dr. Gunther Schendel aus Uelzen.

Was sagt der niedersächsische AfD-Landesvorsitzende zur Dresdner Rede von Björn Höcke? In der vergangenen Woche brachte sich der thüringische AfD-Landessprecher Björn Höcke dadurch in die Schlagzeilen, dass er das Holocaustdenkmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ bezeichnete und eine „180-Grad“-Wende im Umgang mit der NS-Vergangenheit forderte. Ich frage mich: „Was sagt eigentlich der niedersächsische AfD-Chef dazu, wenn sein Kollege die politische Kultur unseres Landes demontieren möchte?“ Denn diese Äusserung kam ausgerechnet in der Woche, in der sich die Wannseekonferenz, einer der Eckpunkte auf dem Weg des Massenmords an deutschen und europäischen Juden, zum 75. Mal jährte. Die Forderung nach einer 180-Grad-Wende im Umgang mit diesem Teil deutscher Geschichte ist ein nachträglicher Angriff auf die Opfer, ein Schlag ins Gesicht der Überlebenden der NS-Verbrechen.

Darum noch einmal gefragt: „Was sagt eigentlich der niedersächsische AfD-Landesvorsitzende, das Uelzener Kreistagsmitglied Armin-Paul Hampel dazu?“

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