AZ-Leserbrief

Schikane der Klosterkammer

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Frostige Stimmung am Kloster: Auch zwischenmenschlich soll es eisig zugehen. Leserin Marlies Wolf sagt, eine Äbtissin muss auch unbeliebte Entscheidungen treffen.

Börnsen – Nur noch eine Koventualin lebt im Ebstorfer Kloster, viele sind gegangen. Welche Rolle spielt die Äbtissin Erika Krüger? Die Klosterkammer fordert die Äbtissin jedenfalls zum Rücktritt auf. Die Redaktion erreichte ein weiterer Leserbrief:

Liebes Ebstorf, ich bin erschüttert. Bisher habe ich gerne die Gemeinde Ebstorf und das Kloster besucht und beides als offen, freundlich und angenehm wahrgenommen. Was bei Ihnen im Ort bzw. in der Allgemeinen Zeitung gerade praktiziert wird, gleicht einer öffentlichen Hetzjagd und erinnert mich an das Lied von Reinhard Mey „Was in der Zeitung steht“.

Fakt ist, dass die Klosterkammer Ihre Arbeit verweigert (siehe Artikel Aussage von Abteilungsleiter der Klosterkammer Dr. Lüttich vom 28. Januar), sodass es der Äbtissin unmöglich gemacht wird, einen funktionsfähigen und starken Konvent aufzubauen. Und dieses, obwohl Bewerberinnen gerne im Konvent und auch gerade mit Äbtissin Krüger im Kloster Ebstorf zusammenleben möchten. Welches Recht hat eine niedersächsische Landesbehörde ihre Arbeit einfach zu verweigern?

Laut Frau Halle (Leserbrief) wird das Blockadeverhalten der Klosterkammer seit sieben Jahren praktiziert und somit der Konvent durch die Klosterkammer künstlich ausgedünnt. In der freien Wirtschaft würde man von Arbeitsverweigerung und Schikane durch die Klosterkammer sprechen.

Was konkret wird der Äbtissin vorgeworfen? Dass sie „herrisch“ sei? Die Aufgaben einer Äbtissin sind – entschuldigen Sie wiederum den Vergleich zur freien Wirtschaft – gleichzusetzen mit den Aufgaben eines Geschäftsführers. Dieser muss den Betrieb am Laufen halten und dafür sorgen, dass dieser finanziell gut aufgestellt ist. Auch muss er Entscheidungen treffen, die nicht allen Mitarbeitern schmecken.

Gleiches gilt für die Äbtissin. Auch sie muss in manchen Situationen Entscheidungen treffen, die den Konventualinnen nicht gefallen. Hier jetzt aber von einem „herrischen „Machtmissbrauch“ zu sprechen, halte ich doch für weit hergeholt. (...) Fakt ist auch, dass die Äbtissin durch den Konvent (der sich jetzt in der Zeitung beklagt) auf Lebenszeit bzw. bis zu ihrem Wunsch des Ausscheidens gewählt wurde.

Auch die Kritik der Klosterkammer an der Buchhaltung des Klosters Ebstorf wirft Fragen auf. Frau Halle schrieb in ihrem Leserbrief, dass die Buchhaltung durch die Klosterkammer geprüft wurde und keine Beanstandungen gefunden wurden. Was gibt es da noch zu kritisieren?

Ist es vielleicht vielmehr so, dass Auflagen durch die Klosterkammer angeordnet wurden, die zuungunsten des Klosters Ebstorf sind und gegen die sich die Äbtissin gerichtlich für die Interessen des Klosters wehren muss? Mir fehlen hier einfach die Fakten und Beweise. Vieles von dem, was ich gelesen habe, ist rein subjektive Wahrnehmung.

Marlies Wolf, Börnsen

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