„Schandfleck“ für Uelzen

Das Marktcenter am Veerßer Tor ist zwar bald fertiggestellt, bleibt aber nach wie vor umstritten. Foto: Schopp

Ulfert Zergiebel aus Uelzen schreibt zum Kommentar „Bruchlandungen eines Bauamtes“:.

In dem Artikel von Chefredakteur Thomas Mitzlaff zum Marktcenter ist die Misere um das Bauamt auf den Punkt gebracht. Der Trend, das riesige Ilmenau-Areal südlich des Kreishauses seit den 70er Jahren städtebaulich stiefmütterlich zu behandeln, trägt jetzt seine bitteren Früchte. An diesem Prozess haben drei Stadtbauräte federführend mitgewirkt.

Kompetenz allerdings kann der Rat der Stadt Uelzen von seiner Verwaltung schon verlangen, damit er sich bei seinen Entscheidungen auf fachliche Qualität berufen kann. Hierbei ist die freie Wirtschaft ein schlechter Ratgeber, weil dort verständlicherweise nur im eigenen Interesse gehandelt wird.

Mit dem Marktcenter ist ein städtebaulicher Schandfleck entstanden – trotz hinlänglicher Kritik von allen Seiten. Selbst der Autor dieses Leserbriefes hatte bereits 2007 nachweislich auf die rechtliche Unverträglichkeit eines solchen Kolosses in einem Mischgebiet hingewiesen. Was hätte man auf dem Gelände nicht alles gestalten können? Zum Beispiel ein abgespecktes Einkaufszentrum im Hundertwasserstil mit belebenden Wohnungen. Nach Fertigstellung wird man schmerzlich erfahren, wie tot der gesamte Komplex am Abend sein kann, trotz eines Bistros als Alibi.

Im Laufe des Planverfahrens ist das Recht nicht nur gebeugt, sondern grob fahrlässig gebrochen worden. Als prüfende und beurteilende Vorinstanz trägt dafür allein das Stadtbauamt die volle Verantwortung.

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