Schäferhund auf der B4 –und niemand hält an!

Am Dienstag, 17. Mai, lief gegen 19 Uhr ein Schäferhund im Feierabendverkehr auf der B4 zwischen Tätendorf und der Abzweigung nach Emmendorf herum.

Als wir ihn sahen, haben wir in unserem PKW sofort die Verfolgung aufgenommen, den Hund auf den Radweg „geleitet“ und sind mit Warnblinker neben ihm hergefahren. Dabei haben uns etliche PKWs rasant überholt, nicht auf das Tier reagiert. Dann lief der Hund erneut quer über die Strasse und wir konnten auf der Abbiegespur aussteigen und versuchen, das total verschreckte Tier anzusprechen um es vielleicht einzufangen. Sämtliche Wagen, die von Uelzen und Tätendorf kamen, sind ohne anzuhalten an dem armen Tier vorbeigerast, manche haben sogar noch gehupt, nur ganz wenige Wagen hatten im vorbeifahren die Warnblinkanlage angeschaltet. Aber niemand hielt an um zu helfen. Der Hund drehte um und rannte wieder zurück in Richtung Tätendorf und wir sind wieder schützend neben ihm hergefahren, nachdem man uns umdrehen ließ. Da der Hund die ganze Zeit rannte, konnte ich die Verfolgung nicht zu Fuß aufnehmen. Neben dem kleinen Parkplatz höhe Einfahrt Hoystorf kam das Tier zum stehen und wir versuchten mit Armen und und Handzeichen die anderen Autos zum stehen zu bewegen. Die wenigsten haben uns beachtet. Der Hund stand nun mitten auf der Fahrspur in Richtung Tätendorf und es gab einen noch heftigeren Nerventerror als ein LKW mit ca. 90 km/h auf den Hund zugefahren kam und scheinbar geschlafen hat. Es dauerte ewig, bis er auf Winken und Lichthupe reagierte und auf die Bremse ging, der Hund konnte wirklich grade so zur Seite springen. So konnten wir dann dem Tier den Weg abschneiden und es in Richtung Gut Hoystorf von der Straße wegtreiben. Dort verloren wir ihn, als er in den Wald lief, der mit dem Auto nicht mehr befahrbar war. Wir haben mehrmals angehalten und versucht, den Hund zu beruhigen,aber er war zu ängstlich und verwirrt. Ich bin mir sicher, wenn wir den Hund nicht immer wieder von der Straße gedrängt hätten, dass er dann überfahren worden wäre. Wir sind entsetzt gewesen, wie die anderen Fahrer reagiert haben – nämlich gar nicht! Absolute Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit wurde an den Tag gelegt. Der Hund war völlig hilflos, weil er die Orientierung verloren hatte und durch die schnell fahrenden Autos völlig verängstigt wurde. Wird in Zukunft auch so reagiert, wenn ein Kind über die Straße läuft? Jeder, der da an uns vorbeigefahren ist, sollte mal nachdenken, ob ihm einen Zacken aus der Krone gebrochen wäre, wenn er angehalten hätte. Auch für uns war die Sache unbequem und gefärlich im Feierabendverkehr auf der B4 rumzulaufen. Aber es ist doch eine Art Pflichtbewusstsein, an sowas nicht vorbeizurauschen, als wäre die Umwelt um uns herum einerlei! Der Schäferhund wirkte übrigens noch recht jung und trug ein Sattelgeschirr mit der Aufschrift „Pfoten weg“. Ich würde sehr gern wissen, ob er unverletzt den Weg nach Hause gefunden hat.

Tanja Heine

Tätendorf-Eppensen

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