Ruhestätte in der Natur

Leserbrief zum Artikel „Diskussion um letzte Ruhe“ über geplanten Waldfriedhof, AZ vom 20. Februar:.

„Das Grab soll den Angehörigen keine Last sein“, schildert der Vorsitzende des Uelzener Friedhofsverbandes, Alminus Bleeker, in seiner Argumentation um die letzte Ruhe. Gerade dieser Punkt ist der Grund, sich im Wald bestatten zu lassen. Herr Bleeker denkt dabei allerdings auch an die Steinmetze und Gärtner, die um ihre Aufträge fürchten müssen und dabei weniger an die Leute, die diese Leistungen bezahlen sollen. Wenn das ein Grund zur Ablehnung eines Waldfriedhofes sein soll, dann frage ich mich: Wer denkt an alle die anderen Berufszweige, die sich neuen Anforderungen stellen mussten und müssen? Fakt ist, dass, wenn der Verstorbene sich bei Lebzeiten für eine Urnenbestattung entschieden hat, er den Angehörigen, die zum Teil berufsbedingt an anderen Orten leben, aus Kosten- und Zeitgründen eine angemessene aber aufwändige Grabpflege ersparen will.

Ein weiterer Grund zur Bestattung im Wald ist die Verbundenheit zur Natur, die der Verstorbene vielleicht zu Lebzeiten genossen hat. Und wer sich einmal den „Ruhe-Forst“ bei Gartow ansah, könnte sich sicher gut vorstellen, dass eine solche Begräbnisstätte auch im Holdenstedter Mühlenholz oder in der Uelzener Stadtforst entstehen könnte. Vermutlich wird sich der Friedhofsverband weiterhin gegen die Entstehung von Waldbegräbnisstätten wehren, der Bedarf dafür ist aber vorhanden. Allein aus Holdenstedt wurden zwei Verstorbene im Gartower „Ruhe-Forst“ beerdigt. Mir ist bekannt, dass ein größerer Freundeskreis aus dem Raum Uelzen bereits das Umfeld eines Baumes im Gartower Forst angekauft hat. Der Bedarf für ein Begräbnis im Wald ist also vorhanden und kann vermutlich nicht durch einen Platz im „südlichen Bereich des Stadtfriedhofes“ ersetzt werden.

Walter Hilmer,

Holdenstedt

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