Rübenanbauer-Geld wird verbrannt

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Kritik an der geplanten Weltmarkt-Stragie der Nordzucker AG übt Eckehard Niemann aus Varendorf. Archivfoto: Ph. Schulze

Zum Interview mit dem Norzucker-Aufsichtsratschef Hans-Christian Koehler (AZ, 12. Juli) und dem Artikel „Zeitenwende auf dem Zuckermarkt“ (AZ, 15. Juli) meint Eckehard Niemann aus Varendorf:.

Die Nordzucker-Spitze will nun also ihr Heil auf dem sogenannten Weltmarkt suchen und in Afrika Rohrzucker erzeugen. Bisherige Erfahrungen mit konzerngesteuertem Ackerbau, mit Rohrzucker-Anbau oder mit den Verhältnissen in afrikanischen Ländern: Fehlanzeige. Dass man vor einigen Jahren schon die Expansion nach Serbien und Ungarn wegen Fehleinschätzung der dortigen Verhältnisse rückgängig machen musste, das hat man wohl verdrängt. Man erinnert sich auch noch an weitere fatale und teure Fehlentscheidungen früherer und häufig wechselnder Nordzucker-Verantwortlicher, zum Beispiel in Sachen „Produkt-Differenzierung“.

Dann kam die Zeit, in der man auch als Nordzucker-Verantwortlicher quasi im Selbstlauf von den allgemein hohen Zuckerpreisen profitierte (die Rübenbauern allerdings in vollem und gerechtem Ausmaß erst nach Auseinandersetzungen). Jetzt fällt die Zuckermarktordnung, jetzt wachsen die Herausforderungen – und der Nordzucker-Spitze fällt als Strategie nur die „Globalisierung“ ein: mit Rohrzucker in Sambia und/oder anderen afrikanischen Ländern. Die Sorge der Oppositionellen innerhalb von Nordzucker, dass hier das Geld der Rübenanbauer und Aktionäre verbrannt wird, ist angesichts fehlender Erfahrungen des Managements mehr als gerechtfertigt – auch angesichts der internationalen Konkurrenz.

Und selbst wenn das Projekt nicht scheitern sollte – die Nordzucker-Rohrzucker-Strategie schwächt die Position der Rübenanbauer innerhalb des ohnehin kaum noch kontrollierbaren Konzerns noch zusätzlich.

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