Richtig! Mehrheit für Autobahnbau

Reaktion zu den Leserbriefen „Wer sich nicht vergräbt, braucht die A 39“ und „Landrat ohne Weitblick“, AZ vom 30. März:.

Das war doch wirklich eine gelungene Zusammenstellung von Leserbriefen! Herr Zergiebel, ich kann Ihnen nur bestätigen, dass eine Vielzahl von Menschen unseres Kreises für die Entwicklung dieses Raumes und somit zwangsläufig für die A 39, den Ausbau der Bahn und des Kanals sind – gegen letztere würden sich ebenfalls BIs bilden, die ein Haar in der Suppe finden.

Dann hätten wir da immer wieder die Damen und Herren aus dem Nordkreis, hier sogar aus Hamburg, die gegen die A 39 wettern, deren Vorzüge aber gewiss gerne nutzen. Es ist schon sehr angenehm, nahe der Lüneburger Stadtumgehung im Grünen leben zu können (und eine solche Anbindung dem Rest der Region zu versagen). Die Initiative „Keine A 39“ hat sich trefflich abgestimmt, regelmäßig zu veröffentlichen und so den Eindruck zu vermitteln, als seien sie die Mehrheit. Und die AZ, die „kein Mitteilungsblatt einzelner Leser sein möchte“ – Herr Borvin Wulf lässt auch hier und heute wieder grüßen – sollte sich fragen, ob sie sich vor diesen Karren spannen lassen möchte.

Frau Harland, es ist sehr interessant, die Geschichte der Firma Dedon zu lesen. Doch wollen Sie allen Ernstes behaupten, die A250/A39 sei zu Dedon gekommen und nicht, dass das Unternehmen, wo seine Ursprünge auch immer gelegen haben mögen, den Standort wegen der Autobahn gewählt hat? Ebenso LCH Logistik und Takko Textilien? Wenn es um die Entfernung und den Speckgürtel geht, können wir gerne auch andere Orte wie Soltau, den Niedersachsenpark Neuenkirchen-Vörden oder Zarrentin wählen. Vielleicht arbeiten Sie auch einmal dort die Geschichte der Unternehmen und die Gründe ihrer Ansiedlung auf.

Aus ihrem Beitrag, Frau Harland, schließe ich, dass Sie den Argumenten von Prof. Pez folgen, wie sie die Initiative „Keine A 39“ auf ihrer Homepage zitiert: „Keine dieser Untersuchungen konnte ein durch eine Autobahn ausgelöstes Wirtschaftswachstum nachweisen. Denn wenn Unternehmen heute über Standorte entscheiden, sind Faktoren wie Arbeitskosten, Verfügbarkeit von Grundstücken und gut ausgebildete Arbeitskräfte oder Fördermittel entscheidend.“

Machen wir den Fakten-Check für Uelzen und fragen uns, warum nicht scharenweise Firmen zu uns kommen: 1. Arbeitskosten – niedrig. 2. Flächenverfügbarkeit – groß, es sei denn Ameisen, Pfeifengras oder Ortholan stören. 3. Gut ausgebildete Arbeitskräfte – durch Theodor Heuss, Schiller, HEG und LeG vorhanden. 4. Fördermittel – gibt es, aber die werden lieber in Nordic Walking Pfade investiert.

Beruhigend schließlich die Feststellung: „Vor dem Hintergrund dieser Fakten kam Pez zu dem Schluss, dass die Lage für den Widerstand gegen die Autobahn zwar nicht aussichtsreich, aber auch nicht hoffnungslos ist.“ – Anmerkung meinerseits: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Zu Herrn Borvin Wulf und seinem Weitblick hinsichtlich der infrastrukturellen, ökonomischen, ökologischen und touristischen Entwicklung, die mit der Reaktivierung der Bahnstrecke nach Dannenberg einhergehe, möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben. Er wird uns bestimmt seinen Investor spätestens im nächsten Leserbrief nennen.

Henning Tiedge,

Holdenstedt

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