Leserbrief

Respekt vor dem Leben

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Für Esther Tepper ist es ein Fakt das Krankenhäuser nicht alle Bedürfnisse einer Frau decken können. Außerdem müssten auch chrisliche und medizinsche Werte gelten. 

Zu unserer wöchentlichen Kolumne „Von Woche zu Woche“ mit dem Titel „Eine Klinik für alle Frauen?!“ (AZ vom Sonnabend 11. Februar) schreibt Esther Tepper aus Uelzen:

Als Hebamme habe ich mich über diese Nachricht sehr gefreut, dass in einem Krankenhaus keine Abtreibungen stattfinden. Meine Arbeit mit dem Wunderwerk Mensch vor und nach der Geburt bestärkt meinen riesigen Respekt vor Schöpfer und Leben. Die unqualifizierte Meinung, dass dann Frauen im Stich gelassen würden, weil man ihnen die Hilfe versagt, wenn man keine Abtreibung wohnortnah bietet, kann ich nicht nachvollziehen. Frauen schaffen es auch, selbst in der heiklen Situation einer bevorstehenden Geburt über 50 Kilometer zu fahren, um ihr Kind auf die Welt zu bringen.

Sehr viele Frauen, die sich bei uns melden, erzählen uns nach der Abtreibung andere Geschichten, nämlich von unbeschreiblichem Leid, Depressionen, Ängsten, Trauer, Einsamkeit...selbst nach Jahren. Sie hätten andere Hilfe gebraucht, Ermutigung, Zuspruch und nicht den Druck von außen mit den unwahren Geschichten, unter anderem. es sei ja nur ein Zellklumpen. Frauen standen vor uns und weinten, egal welchen Glaubens.

Fakt ist, dass ein Krankenhaus fast nie alle medizinischen Bedürfnisse einer Frau decken kann, denn es gibt immer wieder neue Operationsmethoden, Eingriffsmöglichkeiten, die in der Nähe noch nicht machbar sind aus Mangel an Kompetenz oder Gerätschaft. Fakt ist, dass es auch um den kleinen Menschen geht, dem die Mediziner laut Gesetz ebenso verpflichtet sind und dass dieser von Anfang an Mensch ist.

Die meisten Fachärzte machen meines Wissens diesen Eingriff eher ungerne. Haben Sie, Herr Mitzlaff (Anmerk. d. Redakt.: Chefredakteur der AZ) die Ärzte, die angeblich genötigt wurden, nicht mehr abtreiben zu dürfen, denn gefragt, ob es für sie wie eine „Geiselhaft“ war? Andernfalls bitte ich Sie, sich für solch eine unsachlich verletzende Äußerung zu entschuldigen.

Sollte man im 21. Jahrhundert nicht in der Lage sein, sich den Fakten zu stellen, die abgesehen von christlichen Werten auch medizinisch und rechtlich gegeben sind? Da kann und muss es eine Veränderung in unserer Gesellschaft geben – auch nach über 40 Jahren Pragraph 218.

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