Rente unter 600 Euro

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Frauen wird die Rückkehr in den Beruf erschwert, sagt Birgit Gercken aus Uelzen. Sie nimmt damit Stellung zu dem AZ-Artikel über die Diskussion um den Renteneintritt ab 70 Jahren.

Zum Artikel „Ich habe die Nase voll“ am 7. Januar 2015 in der Allgemeinen Zeitung schreibt Birgit Gercken aus Uelzen:

Männlich Erwerbstätige haben oft eine einträgliche Erwerbstätigkeit durch ununterbrochene Beschäftigung in Vollzeit ausgeübt. Könnte es sein, dass der Gedanke des „lebenslanges Lernens“ bei vielen männlichen Erwerbstätigen Unwohlsein und Erschrecken auslöst? So ist es für viele Männer sicherlich eine Erleichterung, endlich in eine auskömmliche Rente gehen zu können. Bei weiblichen Erwerbstätigen, die Kinder geboren und erzogen haben, kommt es zu Ausfallzeiten in der Erwerbstätigkeit allein durch Schwangerschaft und Geburt.

Gerade Frauen engagieren sich überdurchschnittlich oft im Ehrenamt, das keine Punkte in der Rentenversicherung bringt. Überdurchschnittlich viele erwerbstätige Frauen bekommen nach der Familienpause keine Vollzeitstelle und/oder sind geringfügig beschäftigt. Vielen hoch qualifizierten erwerbstätigen Müttern wird die Rückkehr in den Beruf erschwert (...).

Ältere weibliche Erwerbstätige haben die Familienplanung inzwischen abgeschlossen. Und ihre Lernbereitschaft, Flexibilität und die Fähigkeit, mit modernen IT- und Kommunikationsmedien umzugehen, sind oftmals viel stärker ausgeprägt als allgemein angenommen (...). Frauen mit gebrochenen Zeiten in der Erwerbstätigkeit und geringem Einkommen können sich nicht wie ihre gleichaltrigen männlichen Altersgenossen auf eine einkömmliche Rente freuen, sondern werden trotz der zehnjährigen Rentenversicherung während der Kindererziehungszeiten Rentenbeträge im Bereich von etwa 300 Euro bis unter 600 Euro zu erwarten haben. Diesen erwerbstätigen Müttern, besonders der Jahrgänge 1958 bis 1964, droht die Altersarmut durch Fehlzeiten der Erwerbstätigkeit.

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