AZ-Leserbrief

„Reichhaltige Vielfalt an Ausreden“

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(Symbolbild)

Die Redaktion erreichte ein Leserbrief zum Thema „Verspätungen bei der Bahn“:

Wo ist sie nur geblieben, die deutsche Pünktlichkeit? Der Pendler „zwischen den Welten“ – Landleben hier und Großstadt da – ist ja gemeinhin einiges gewöhnt.

Und wenn man sich entschieden hat, sein Geld in einer Metropole zu verdienen, dann ist einem bewusst, dass das tägliche Pendeln seinen nicht nur monetären Preis hat. Da aber lukrative Arbeitsplätze auf dem flachen Land rar gesät sind, muss man gewisse Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen.

Aber es gibt überall Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Ich nutze den öffentlichen Nahverkehr nach Hamburg nicht nur aus Kostengründen und der Umwelt zu Liebe, sondern möchte dem Stress durch Stau und damit verbundenen Verspätungen entgehen.

Natürlich kann und darf es im Schienenverkehr auch mal zu Verspätungen durch höhere Gewalt oder technisches Versagen kommen – ärgerlich, aber sicher unausweichlich.

Wenn aber die Ausnahme zur ständigen Regel wird, dann muss ich erwarten können, dass an entsprechender Stelle gehandelt wird.

Aber statt zu handeln, die Dinge nicht nur beim Namen zu nennen, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes „ins Rollen zu bringen“, wird der Pendler und Bahnreisende um Entschuldigung gebeten: Verspätung durch vorhergehende Fahrt, technische Störung am Zug, Signalstörung, Weichenstörung, fehlender Triebwagenführer oder Personalmangel.

Dies sind nur einige Beispiele aus der reichhaltigen Vielfalt von mehr oder weniger wahren Ausreden.

Zu vorderst gefragt sind hier die zuständigen Politiker, die dieser Misere, nein diesem Desaster, endlich Einhalt gebieten müssen. Es reicht eben nicht, bei Deutscher Bahn und Mitbewerbern wie dem Metronom höflich anzuklopfen, sondern hier müssen Drohungen endlich durch Strafe und Sanktionen abgelöst werden.

Geben Sie den Pendlern das Recht auf Sammelklagen gegen die Betreiber und schon werden wirtschaftliche Zwänge zum Handeln führen.

Dabei bleibt abzuwarten, wie der Beitritt zum HVV sich auswirken wird?

Werden hier alle Beteiligten die absolute Unfähigkeit Einzelner stillschweigend ignorieren?

Hermann Sprätz, Barum

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