Reaktion nur verständlich

Leserbrief zu den Artikeln „Vom Hirngespinst zur Idee“, AZ vom 6. Januar, und „Munstermann gibt Vorsitz ab“, AZ vom 7. Januar:.

„Feind, Todfeind, Parteifreund.“ Sollte dieser Spruch von Franz Josef Strauß in der Uhlenköperstadt noch heute seine Gültigkeit haben? „Die Nominierung ist uns einfach durchgerutscht“, versuchte Ralf Munstermann seine peinliche Panne zu erklären, als ihm damals der Name seiner Parteikollegin Ute Chlechowitz (SPD) bei der Nominierung für die Wahl zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin „entfallen“ war. Nun scheint zwischenzeitlich Frau Chlechowitz zwar nicht an einem Gedächtnisverlust, wohl aber an einem leichten Hörverlust gelitten zu haben, als Ralf Munstermann bezüglich seiner Kandidatur zum Bürgermeisteramt über längere Zeit und für viele laut hörbar mit den Hufen scharrte.

Jetzt bootete man ihn also aus und suchte hinter seinem Rücken den Kontakt zum Traum-Kandidaten und Ersten Stadtrat Jürgen Markwardt. Ausgerechnet der Ex-Chef des Ralf Munstermann, der, wie hartnäckig gemunkelt wird, bei dessen Bewerbung als Stadtrat im Vorfeld an der einen oder anderen Stellschraube gedreht haben könnte.

Nur logisch, dass Munstermann nun hinwirft, was Ute Chlechowitz und der Ortsverein der SPD wohl auch im Vollbesitz der eigenen, geistigen Kräfte und in Kenntnis der „Funktionsweise“ von Munstermann einkalkuliert haben dürften.

Nun wird es also Jürgen Markwardt. Natürlich kann dieser die angeblich so großen Fußstapfen seines Vorgängers sachlich, fachlich und in vielerlei anderer Hinsicht bestens ausfüllen, denn so groß, wie von Frau Chlechowitz beschrieben, sind die ja nun auch wieder nicht, auch wenn sie damit dem SPD-Genossen Otto Lukat noch einmal am Bauch pinseln wollte. Jürgen Markwardt ist natürlich keine schlechte Wahl. Er ist fachlich geeignet, smart, eloquent, zielstrebig und nachweislich ein Ass in der Menschenführung.

Clever auch von ihm, dass er sich ohne das SPD-Parteibuch über alle Parteigrenzen hinweg wählbar macht, was entscheidender sein dürfte als die von ihm als Argument vorgebrachte „Überparteilichkeit“, zumal sich die SPD unter anderem mit ihrer verhunzten Politik zur Belebung der Innenstadt bei vielen Uelzenern nicht gerade beliebt gemacht hat.

Ich glaube aber nicht, dass Herr Markwardt sich durch die benannten Funktionen bei der Polizei, zum Beispiel als IT-Chef, besonders für das Bürgermeister-Amt qualifiziert hat. Dann schon eher als Chef der niedersächsischen Polizei-Hubschrauberstaffel, denn das war er auch schon einmal. Bürgermeister in Uelzen? Na klar – nur (Hubschrauber)-Fliegen ist schöner!

Bernd Riggert,

Uelzen

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