Punkt! Aus! Tier kann weg

Der Bestand an Mufflons in der Göhrde ist wegen des Wolfs von 250 auf unter 50 geschrumpft.

Den Beitrag „Das schnelle Sterben der Mufflons“ (AZ v. 15. Oktober) kommentiert Ulrich Merz aus Növenthien:.

Schwer nachzuvollziehen und schwer verständlich, ist die Logik, die aus dem Umgang mit dem Mufflon in der Göhrde spricht. Einerseits erkannte der Vorsitzende des Hochwildrings Göhrde, Herr Pabel, schon vor drei Jahren die Gefährdung des Mufflons durch den Wolf, anderseits ist er als Wolfsberater nicht gegen die Rückkehr des Wolfes.

Seine damalige Prophezeiung wurde leider durch den Umstand bestätigt, dass die Mufflonpopulation, in dem genannten Zeitraum, von 250 Exemplaren auf ca. 25 bis 50 Tiere wegge(rissen)schmolzen ist.

Es ist sehr zu begrüßen, dass Herr Pabel, die Ursache beim Namen nennt, nicht aber, dass er aus seinen Feststellungen kein zwingendes Handeln für das bedrohte Mufflon sieht. Die Problematik liegt offensichtlich in dem Interessenkonflikt seiner Aufgaben. Genauso wenig wie der Dieb und der Bestohlene in einer Person liegt, kann in erwähnter Personalunion nicht mit gleicher objektiver Sicht geurteilt werden. Hier wird mit einem klaren und eindeutigem „Jein“ Stellung bezogen.

Nun handelt es sich bei dem „Göhrder Mufflon“ um ein europäisches Wildschaf, von dem alle Hausschafe abstammen, es selbst in seinem Heimatgebiet gefährdet, sein Bestand der „Älteste und besonders reine“ ist und seit 1913 in der Göhrde seine Heimat gefunden hat.

„...leider wurde er nicht unter dem Aspekt Artenschutz gesehen“ so Herr Pabel. Ja, „leider“... und Recht hat er! Umso unverständlicher ist die Reaktion und Stellungnahme aus dem Umweltministerium. Das Tier steht hier nicht „unter Artenschutz“, so Dunja Rose, Pressesprecherin des Umweltministeriums. Punkt! Aus! Tier kann weg! Wolf? Risse? Zusammenhang? Nee, Nee! Was sind schon Wildschafe, mögen sie noch so bedroht sein, gegen eine nicht bedrohte, dafür aber sehr lukrative Spezies, wie den Wolf.

Canus Lupus, unser zugewanderte Freund, der zwar nicht von allen Menschen Willkommen geheißen ist, doch der Anschein von Willkommen durch Interessenverbände geweckt wird, ist in seiner Population nie gefährdet gewesen. Er kam in unserer Kulturlandschaft nur nicht vor. Sein Bestand wird in Osteuropa auf ca. 50 000 Exemplare geschätzt!

Herr Pabel geht davon aus, dass der Bestand innerhalb des nächsten Jahres erloschen ist. Traurig! Unsere Region verliert mit dem Mufflon eine bedrohte Art und das mit Hilfe des Ministeriums und der Naturschutzverbände. Biodiversität ist nicht nur ein Schlagwort um die Anwesenheit des Wolfes zu begründen, sondern sie dient der Artenvielfalt und dem Artenschutz!

Sie dient im Besonderen der Erhaltung und Nutzung von Arten für das menschliche Wohlergehen.

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