AZ-Leserbrief

Pflegedienste in der Pflicht

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Nicht nur die Politik allein ist an der Misere schuld, meint AZ-Leserin Elke Marks. Auch eine wirkliche Wertschätzung des Pflegepersonals durch den Arbeitgeber sei dringend notwendig. 

Elke Marks aus Oetzen schreibt zum Bericht „Alarm am Lebensabend“ (AZ vom 31. Mai) über den akuten Notstand in der Pflege:

Der so häufig erwähnte Pflegenotstand wird auch auf dieser Veranstaltung ausschließlich der Politik und den Menschen, die diesen Beruf nicht wählen oder verlassen, zugeordnet. Gerade die privaten ambulanten Pflegedienste und Pflegeinrichtungen müssen sich fragen, ob der angebotene Stundenlohn für examinierte Altenpflegekräfte ein Mittel ist, diese im Betrieb oder Beruf zu halten. Da hat die von Frau Ohrenschall-Reinhardt kritisierte Politik nicht die Hand im Spiel, über die Vergütung entscheidet der private Betreiber.

Die Forderung von Frau Ohrenschall-Reinhardt nach schneller Anerkennung ausländischer Ausbildungen finde ich erschreckend. Wer die sehr anspruchsvolle deutsche Ausbildung mit dem Staatsexamen durchlaufen hat, muss sich geradezu vor den Kopf geschlagen fühlen. Der Beruf muss Freude machen, darin stimme ich Frau Witt vom Paritätischen zu. Es wird ihn auch niemand erlernen, der sich dazu nicht berufen fühlt. Gerade in einem hochbelastenden Pflegeberuf erachte ich jedoch eine entsprechende Bezahlung als eine Anerkennung der Leistung als ausgesprochen wichtig, von Idealismus alleine lässt es sich schlecht leben!

Eine wirkliche Wertschätzung der Arbeitgeber für ihr Pflegepersonal ist unabdingbar. Niemand muss sich wundern, wenn gekündigt und der Betrieb gewechselt wird, weil man dort vielleicht mehr gewertschätzt wird.

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