Park oder Wohnprojekt?

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Bleibt es bei der Skizze oder wird das Marktcenter tatsächlich noch in Uelzen gebaut? Margit Wulf glaubt nicht, dass noch eine Alternative zum abgesprungenen Media-Markt gefunden wird.

Leserbrief zum Artikel „Media Markt erteilt Absage“, AZ 17. August:

Die bisherigen Medienmeldungen zugrunde gelegt, bedeutet der Rückzug des zur Metro-Gruppe gehörenden Elektronikkonzerns Media-Saturn aus Uelzens Marktcenter-Projekt für das von Uelzens Parteien sowie der Stadtverwaltung – allen sachlichen Bedenken zum Trotz – monatelang künstlich hochgejubelte Ilmenau-Center vermutlich das Aus. Die Renditeerwartungen hat man sich, korrespondierend mit den im vergangenen Geschäftsjahr zurückgegangenen Metro-Umsatzerfahrungen, in der Konzernzentrale inzwischen abgeschminkt.

Die Aussage „Wir haben dennoch schon jetzt davon profitiert“ (Zitat vom Ersten Stadtrat Jürgen Markwart) ist lediglich der politisch armselige Versuch, von dem Uelzener Fiasko abzulenken. Kein anderer namhafter Elektronikkonzern wird als Lückenbüßer einspringen. Von Anfang an war es eine größenwahnsinnige Schnapsidee – gemessen an Uelzens Kaufkraft und der ihres Umlands –, in Uelzen einen zweiten, in der Fläche ebenfalls sehr großen Elektronikfachmarkt als Anker-Mieter für so ein Center zu generieren. Bekanntlich haben wir bereits das sehr gut diversifizierte und fachlich versierte „Euronics“, das alles andere als ein Fliegenschiss ist. Sinngemäß das Gleiche gilt für den Rewe-Markt, zumal ein solcher mit einem breiten Sortiment in nur 600 Meter Entfernung bereits existiert. Auch die „Rattenfänger-von-Uelzen-Töne“, so ein bombastisches EKZ solle Kaufkraft an Uelzen binden und würde Synergieeffekte für die nur einige hundert Meter entfernten Einzelhändler und die Gastronomie freisetzen, entbehr(t)en jeder seriösen Grundlage.

„Was tun?“ mit dem Gelände, stellt sich jetzt die Leninsche Frage. Für am sinnvollsten, bürgerfreundlichsten und ökologischsten halte ich es, aus den Gelände einen Bürgerpark zu machen, auch wenn man von ihm logischerweise keine Gewerbe- und sonstige Steuern generieren kann. Beim Innenministerium könnte zum Beispiel angefragt werden, ob der Bau unter dem Gesichtspunkt des Zukunftsvertrages genehmigt werden könnte. Und beim Wirtschaftsministerium könnte eine Klärung veranlasst werden, ob der Bau eines Bürgerparks durch Fördergelder bezuschusst werden kann. Eine andere Alternative könnte sein, auf dem Gelände ein Wohnheim für Studierende der Ostfalia Hochschule Suderburg zu errichten, und/oder ein generationenübergreifendes Wohnprojekt im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus.

Uelzens VitalMarkt allerdings sollte dort bleiben, wo man ihn inzwischen in den Marktstraßen angesiedelt hat, weil er dort zu einer lebendigen Bereicherung der Innenstadt beiträgt. „Tolle Wohnprojekte“, zum Beispiel in Form des Baus von schicken, teuren Eigentumswohnungen entlang der Ilmenau, halte ich für problematisch. Die Erfahrung aus anderen Orten lehrt, dass das Mietenniveau in den umliegenden Quartieren dadurch fast automatisch rapide ansteigt und angestammte Mieter aus ihren Wohnungen herausgedrängt werden.

Margit Wulf, Suderburg

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