Organspende: Wer profitiert?

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Wer profitiert von einer Organspende? Als erstes profitiert der Kranke, der dringend ein neues Organ braucht. Hoffen und Bangen ist dann für ihn vorbei und er kann wieder in die Zukunft planen.

Aber wer profitiert noch? Als zweites möchte ich mal behaupten: die Krankenkasse des Patienten. Denn wenn ein Versicherter zum Beispiel zweimal die Woche zur Dialyse musste, und das über mehrere Jahre, ist das ein erheblicher Kostenfaktor für die Krankenkasse.

Dann das Krankenhaus, das sich eine Transplantation gut bezahlen lässt, was auch berechtigt ist, denn es müssen Spezialgeräte vorgehalten und gewartet werden. Aber auch die Ärzte sind Spezialisten, die bezahlt werden müssen.

Und was ist mit dem Spender? Er hat zu Lebzeiten verfügt, dass seine Organe nach seinem Tod entnommen werden können und ermöglicht damit einigen Menschen ein lebenswertes Leben. Aber was ist mit den Angehörigen? Die müssen sich um die Beerdigung kümmern und auch noch die Beerdigung aus eigener Tasche bezahlen. Ist das gerecht?

Ich sage nein. Denn die Beerdigungskosten liegen heute bei etwa 7500 Euro. Das ist für eine durchschnittliche Familie viel Geld. Wenn den Krankenkassen niedrigere Folgekosten entstehen, sollte man gesetzlich festlegen, dass die Krankenkassen dem Organspender beziehungsweise seiner Familie ein Sterbegeld bezahlen muss – Höhe: etwa 10 000 Euro.

Ich glaube, dass es dann den Menschen leichter fallen würde, sich für eine Organspende zu entscheiden, denn vielen Familien fällt es schwer, die steigenden Kosten für eine Beerdigung aufzubringen.

Meiner Meinung nach wäre diese Lösung sinnvoller als alle zwei Jahre Versicherte anschreiben zu müssen, um anzufragen, ob sie nicht Organe spenden wollen. Die Kosten für Personal und Material werden nicht weniger und sind mit etwa 600 000 Euro beziffert. Man sollte sich in der Politik mal über diesen Vorschlag Gedanken machen.

Birgit Honnef,

Suhlendorf

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