AZ-Leserbrief

Optimaler Museums-Standort

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Auch das Goldene Schiff könnte am neuen Museums-Standort ausgestellt werden, meint AZ-Leser Horst Löbert.

Zur Diskussion über die Pläne des Museums- und Heimatvereins, das Heimatmuseum ins ehemalige Sparkassengebäude in der Fußgängerzone zu verlegen, äußert sich Horst Löbert, ehemaliger Leiter des Museumsdorfes Hösseringen:

Uelzen wirbt mit seiner Vergangenheit als „Hansestadt“. In anderen Hansestädten wie Lüneburg, Salzwedel, Celle oder Gifhorn wird die Stadtgeschichte in großen Museen in der Innenstadt dargestellt. Diesen Städten ist ihre Geschichte und sind ihre Museen Investitionen von Millionen wert, so unter anderem erst vor Kurzem in Lüneburg und mit dem neu errichteten Hansemuseum in Lübeck.

Auch in Uelzen haben geschichtsbewusste Bürger seit mehr als hundert Jahren Relikte der Vergangenheit bewahrt und den Bürgern präsentiert.

Nachdem das alte Heimatmuseum an der Marienkirche 1945 ein Opfer der Bomben wurde, haben Fritz Röver und andere erneut eine beeindruckende Sammlung Uelzener Geschichtszeugnisse zusammengetragen.

Die Untersuchungen der Stadtarchäologie konnten in den letzten Jahren bedeutende Ergebnisse zum mittelalterlichen Uelzen erbringen und viele Fundstücke freilegen.

Der angedachte neue Museumsstandort in der ehemaligen Stadtsparkasse wäre optimal geeignet, um auch Uelzen im Kreis der Hansestädte wirksam zu präsentieren: Die Forschungen von Hans-Jürgen Vogtherr zur Uelzener Hansegeschichte, wie auch die von Reimer Egge zur jüngeren Vergangenheit Uelzens, könnten in Szene gesetzt werden. Vielleicht wäre es sogar möglich, hier das „Goldene Schiff“ in einer Ausstellung zu präsentieren – mit den dazugehörigen Hintergründen des ursprünglich profanen Gebrauchsgegenstandes.

Allerdings: Ein Mietvertrag ist keine dauerhafte Perspektive, Museen sind langfristig angelegt und sollten nicht von der Tagespolitik abhängig sein.

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