Opposition springt auf Wulff-Zug auf

Zu Haitzingers Karikatur vom 10. Januar auf Seite zehn der AZ mit dem Titel "Rot-Grüne Schmankerlküche":

Karikaturisten treffen oft mit einem Bild des Pudels Kern. Haitzinger zeichnet sich da besonders aus, aber der Reihe nach:

Die EHEC-Epidemie und Gorleben sind vorbei, aber ein Blatt wie die Bild lebt doch vom der Sensation und vom Skandal. Nur mit barbusigen Damen ist die Auflagenziffer nicht zu halten. Da erfährt die Bild etwas für sie Unerhörtes, und endlich hat sie wieder eine Story.

Und was macht die Opposition? Sie springt auf den fahrenden Zug auf. Aus der Story muss sich doch politisches Kapital schlagen lassen. Kanzlerkandidat Steinmeyer wittert Morgenluft. (Sieht er seinen Ziehvater Gerhard Schröder auch so kritisch, wenn er von dessen großem Einkommen von Putins Gnaden spricht - dem zweiten nach der nicht gerade kleinen Kanzlerpension.)

Aber im nächsten Jahr ist ja Bundestagswahl und in Niedersachsen Landtagswahl. Irgendetwas muss man Angela Merkel und der CDU doch anhängen können. Für die Opposition ist es auch zu ärgerlich, dass die Arbeitslosenziffern auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren sind, dass die Neuverschuldung 2011 nur noch 1% betrug, dass wir dank Angela Merkel und Wolfgang Schäuble die Eurokrise besser meistern als die anderen Staaten und dass sogar das ,,Bufdi“-Modell zum Erfolg wird.

Dann noch die hübsche Präsidenten-Gattin Bettina Wulf, die ein wenig Glamour in das Schloss Bellevue bringt. Auch wenn es jetzt wütende Einträge der Blogger gibt: Können Sie sich Renate Künast oder Claudia Roth als First Ladies vorstellen oder als Bundespräsidenten Jürgen Trittin , der ja , als er Minister wurde, sagte, er habe die Nationalhymne noch nie gesungen und werde sie auch als Minister nicht singen und der beim Abspielen der Hymne demonstrativ die Hände in den Taschen hat.?

Frau Lötzsch von den Linken meldet sich auch noch zu Wort. Sie sieht die Pressefreiheit in ganz großer Gefahr. Dabei hat sie doch erst im .August des letzten Jahres einen Glückwunsch an den von ihr so bewunderten Fidel Castro geschickt, in dessen Reich die Pressefreiheit mit Füßen getreten wird.

Liebe Opposition! Liege ich so sehr daneben, wenn ich für Euer Verhalten den Ausdruck Heuchelei verwende? Haitzinger hat die Sache wunderbar auf den Punkt gebracht.

Karl Jongeling, Uelzen

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