Öffentliche Aufklärung

Zur Diskussion um die Straßenumbenennungen:

Farina hat ein Baby bekommen. Nein, nicht etwa posthum der schon geschichtliche Bürgermeister von Uelzen ,um dessen Namens-Patenschaft für eine Straße eine lebhafte öffentliche Diskussion in Uelzen geführt wird.

Vielmehr steht es allerliebst da, das kleine Elefantenbaby im hannoverschen Zoo, dessen Mama ausgerechnet den in Uelzen geschichtsträchtigen Namen trägt.

So könnte man denn die Sache mit dem Straßennamen durch einen Kompromiss abschließen: Nicht der Straßenname, sondern lediglich die Namensgeber werden ausgetauscht.Straßenschilder und die Adressen der Straßenanwohner(auch ich gehöre zu diesen) müssten nicht geändert werden.

Man könnte es sich ja so einfach machen! Wenn da nicht die Opfer des nationalsozialistischen Staates wären. Ich meine, dass diese, deren Andenken und die Gefühle der Hinterbliebenen es erfordern, sehr genau die Frage zu stellen, was der langjährige Uelzener Bürgermeister (von der Weimarer Republik bis in die Adennauerzeit) in der Zeit des Nationalsozialismus in Uelzen getan oder unterlassen hat. Dass, was bis jetzt öffentlich geworden ist, lässt für mich jedenfalls eine abschließende Beurteilung nicht zu.

So bitte ich die Menschen, die aufgrund ihres Amtes oder ihrer Sachkenntnis verpflichtet oder in der Lage dazu sind, sehr kurzfristig öffentliche Aufklärung zu verschaffen.

Schmierereien an Straßenschildern oder Trafostationen führen da auch nicht weiter. Solche Spektakel sollten unterbleiben und schaden dem ernsten und wichtigen Anliegen.

Eine Entscheidung muss nunmehr sehr zeitnah herbeigeführt werden, damit einerseits die unsägliche Debatte zu Ende geführt wird und andererseits die Opfer des Naziregimes und die Hinterbliebenen nicht den Eindruck haben müssen, in einer in die Länge gezogenen Diskussion missbraucht zu werden. Für die tagespolitische Debatte ist die Angelegenheit zu ernst.

Karsten Gronemann,

Uelzen

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